Schweinestau

LFD Holding: Schweinehalter brauchen dringend Hilfe

Die LFD Holding richtet sich mit Maßnahmenvorschläge an die Politik. Um die Schweinehalter aus der „dramatischen Situation“ zu bringen, brauche es u.a. Ausstiegsprämien für einen Kapazitätsabbau.

Die LFD Holding, einer der größten Ferkelzuchtbetriebe in den neuen Bundesländern, hat sich mit einem dringlichen Appell an die Mitglieder der Agrar-Ausschüsse des Bundes und der Länder gewandt, die für die Aufzucht- und Mastbetriebe der Schweinehaltung besonders wichtig sind. Darin weist das Unternehmen auf die dramatische Situation in den Betrieben hin, die ihre Tiere nicht nur nicht kostendeckend, sondern bald gar nicht mehr absetzen und vermarkten könnten. Grund für die prekäre Situation der Schweinehalter sei die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Deutschland als auch der entstandene „Schweinestau“. „Was sollen Betriebe mit den Tieren machen, die ihnen nicht abgenommen werden – was schon jetzt in einem erheblichen Umfang der Fall ist. Sollen Nottötungen und Zwangsstillegungen erfolgen, sollen Produktions- und Schlachtkapazitäten weiter ins europäische Ausland verlagert werden?“, heißt es in der Pressemitteilung der LFD Holding. Dies kann aus Sicht des Unternehmens keine Lösung sein.

Die konkreten Apelle der Holding

Die Branche und wie auch die LFD Holding arbeiten intensiv an Verbesserungen ihrer Arbeit in Sachen Tierwohl, Produktqualität und Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter, heißt es. Damit Schweineproduktion in Deutschland eine verlässliche Versorgung der heimischen Bevölkerung unter Berücksichtigung der gesellschaftlichen Anforderungen und der mangelnden Akzeptanz stattfindet, brauchen sie – so der dringliche Appell des Unternehmens - folgende Dinge:

  • Sofortmaßnahmen zur Beseitigung der Engpässe bei der Schweineschlachtung zur Entlastung der ohnehin schon stark belasteten Aufzucht- und Mastbetriebe
  • Kapazitätsabbau durch Ausstiegsprämien (vgl. Niederlande) in vergleichbarer Weise wie beim Kohleausstieg
  • Stärkung der Regionalisierung und daraus resultierender Stabilisierung des Preisniveaus
  • Sicherstellung einheitlicher und tierwohlgerechter Haltungsbedingungen bei Importtieren

Die Aufzucht- und Mastbetriebe der Schweinehaltung wie die Landwirtschaft als solche sei zu „gravierenden Anpassungsmaßnahmen“ bereit, um den sich ändernden Klimabedingungen sowie den gesellschaftspolitischen Anforderungen zu stellen. Die Holding sei entschlossen, die notwendige Neuausrichtung mitzugestalten und sich in die vorhandenen Prozesse, Stichwort Borchert-Kommission, aktiv einzubringen. Aber in der aktuellen Situation benötigen sie dringliche Hilfe bei der Auflösung des „Schweinestaus“.

Die LFD-Holding (Landwirtschaftliche Ferkelzucht Deutschland), die im Jahr 2015 die Standorte des ehemaligen Straathof-Konzerns in Deutschland übernommen hat, ist Anfang des Jahres von einem Schweizer Investor gekauft worden.

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