Mindestpreise

Lidl/Rewe-Angebot: ISN fordert Rückkehr auf Schweinepreis-Niveau vor Corona

Die ISN befürchtet, dass der Handel seine Mindestpreis-Angebote schnell wieder einkassiert. Die Bauern sollten jetzt weiter Druck machen, so das Credo aus Damme.

Wir sprachen mit ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack über das Entgegenkommen des LEH nach den Bauernprotesten.

Erst Lidl, jetzt Rewe: Der LEH erhöht die Verkaufspreise für Schweinefleisch und will das Geld an die Bauern weiterleiten. Wieso ist der Handel auf einmal gesprächsbereit?

Staack: Es sind mehrere Dinge, warum der LEH plötzlich Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Zum einen sind es der anhaltende Schweinestau und der Vorwurf, dass der Handel derzeit richtig Marge macht. Zum anderen ist es die Umsetzung der UTP-Richtlinie – also der Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken.

Mit ihrem Vorstoß hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Handel unter Druck gesetzt, er muss jetzt den Umgang mit seinen Lieferanten überprüfen. Mit dem Brief des LEH an Bundeskanzlerin Angela Merkel, in dem man sich sehr hochmütig darstellt, hat der Handel dann ein klassisches Eigentor geschossen. Die Art und Weise, wie man sich beschwert hat, hat eine Lawine an Protesten und Blockaden ausgelöst. Die Folgen spürt der Handel jetzt.

Jetzt vor Weihnachten macht der Handel Kasse, da kann er sich keine Blockade durch die Bauern leisten. Kassiert der LEH das Angebot womöglich schon im Januar wieder ein?

Staack: Derzeit beobachten wir, dass der Handel versucht, möglichst schnell auf „Business as usual“ umzuschalten. Man will die Lage tatsächlich schnellstmöglich beruhigen und macht deshalb Angebote an die Bauern. Unterstützt wird das Ganze durch großformatige Anzeigen in Tageszeitungen mit dem Tenor „Wir haben verstanden“. Davon sollten sich die Bauern nicht täuschen lassen. Jetzt gilt es, das Thema weiter „zu reiten“, die Bauern müssen am Ball bleiben und den Druck aufrechterhalten.

Was glauben Sie, welche Discounter bzw. Händler noch nachziehen werden?

Staack: Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, wenn einer vorangeht, dann ziehen alle anderen nach. Bestes Beispiel dafür war die Haltungsform-Kennzeichnung bei Frischfleisch. Hier hat zunächst auch Lidl vorgelegt. Anschließend haben alle anderen nachgezogen.

Was passiert, wenn der Rest des LEH „stur“ bleibt?

Staack: Dazu wird es nicht kommen. Denn auch Aldi Nord und Aldi Süd haben sich bereits zu den UTP-Vorgaben bekannt. Allerdings fehlen noch konkrete Vorschläge für die Umsetzung. Bezeichnenderweise noch nichts gesagt haben diejenigen, die nach eigener Aussage...


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Diskussionen zum Artikel

von Karlheinz Gruber

Herr Neve

das sehr geehrte erspare ich mir bei Ihrem sau blöden Kommentar, denn es trifft derzeit nicht auf Sie zu. Ich bin zwar nur ein kleiner Mäster. Und/ Aber ich habe bisher immer für Ihre Belange im Rinderbereich mit demonstriert. Bei den tiefen Milchpreisen war ich genau so mit Euch ... mehr anzeigen

von Gregor Grosse-Kock

Der Politik

Den Spiegel vorhalten! Es bräuchten nur Lebensmittelnimportrure zB in Hamburg ( Containerhafen) mit Ihrem Sortiment geprüft werden und der LeH u. schon wüssten wir das wir gegen die Chinesischen Produzenten nicht ankönnen! Es kommen auch Knackpunkt in Glas eingekocht - aber nie ... mehr anzeigen

von Hardy Wehming

...die Bauern sollen weiter Druck machen...

Ich muss mich wundern. Aus dem Glaskasten am Dammer Kirchplatz werden Forderungen gestellt und selber bekommt man den A.... nicht hoch. Ich jedenfalls habe weder aus der Geschäftstelle, noch vom Vorstand jemanden in Cloppenburg bei LIDL gesehen ... aber Bauern: "macht ruhig weiter... wir ... mehr anzeigen

von Gerd Schuette

.

Kleine Zugeständnisse durch den LEH bringen maximal etwas kurzfristige Linderung. Längerfristig wird eine andere Form der Preisfindung und Preiskrisenabsicherung benötigt, will man die heimische Landwirtschaft erhalten und die Nahrungsmittelsicherheit gewähren. Dies gilt für fast ... mehr anzeigen

von Michael neve

langfristig 2 Euro?

Die ISN sollten mal den Ball flach halten!! Uns Milchviehalter hat man immer den Schweinemarkt vor der Nase gehalten ,wie gut der freie Markt doch funktioniert. Nun haben die mal die Kehrseite der Medaille kennen gelernt und es wird gejammert als wenn es den neuen Fendt nur noch dieses ... mehr anzeigen

von Hermann Freese

absolut unpassend.

Absolut unpassend -zum einen das Gejammer in Bezug auf Milch bei einem Schweinethema, zum Anderen die jetzige, extern verursachte Situation als freies Marktgeschehen einzuordnen..

von heino fullriede

Kurzzeitgedächtnis beim LEH

Der Schwur am Morgen wird dir nichts nützen , denn am Abend haste wieder einen sitzen !

von Willy Toft

Bei den Schweinen lief es zumindest Rund, auch wenn der Ferkelerzeuger mal zu wenig bekam!

Aber durch Corona, und die Gier nach optimaler Gewinnmarge, haben sich der LEH und die Verarbeiter eine ordentliche Scheibe vom "Endpreis", oder Ladenpreises abgeschnitten! Es ist Menschlich, aber nicht gerecht gegenüber den Bauern die 24/7 Std. in der Woche für die Tiere da sind! Da ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Im Prinzip

hat es da Bioland besser gemacht. Allerdings auf einem zu niedrigen Niveau. Dumpingnische Milch.

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