Grüne Woche

Machbarkeitsstudie: Sachsen braucht dringend mehr regionale Schlachtkapazitäten!

Eine neue Studie kommt zum Ergebnis, dass die Erweiterung regionaler Schlachtkapazitäten in Sachsen dringend geboten und machbar ist.

Der Bauernverband Sachsen hat Landes-Staatsminister Wolfram Günther auf der Grünen Woche eine 160-seitige Machbarkeitsstudie zur Erweiterung regionaler Dienstleistungsschlachtkapazitäten übergeben.

„Durch Recherchen, Interviews, Expertendossiers sowie durch eine eigens durchgeführte Umfrage mit beteiligten Interessensgruppen konnten wir ermitteln, welche wirtschaftlichen, finanziellen, technischen, organisatorischen und umweltrelevanten Aspekte erfüllt werden müssen, um eine regionale Dienstleistungsschlachtstätte in Sachsen erfolgreich etablieren zu können,“ erklärte SLB-Präsident Torsten Krawczyk. „Nun muss die Politik zeigen, dass sie Willens ist, den notwendigen Lückenschluss der Wertschöpfung Fleisch in Sachsen zu ermöglichen,“ betonte er abschließend.

Die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der Studie im Einzelnen sind:

  • Ein Dienstleistungsschlachthof würde den notwendigen Lückenschluss der Wertschöpfung Fleisch in Sachsen ermöglichen.
  • Als Pilot-Standort wäre die Region Chemnitz mit Erweiterungspotenzial in Bautzen geeignet.
  • Der Regionalschlachthof Belgern müsste qualifiziert werden.
  • Eine Schlachtkapazität bis zu 5.760 Schlachteinheiten pro Woche wird für sinnvoll erachtet.
  • Das notwendige Investitionsvolumen beträgt mindestens 35 Mio. € exklusive Fördermittel, Grundstückserwerb und Erschließung. Um Investitionsrisiken aufgrund derzeitiger Unsicherheiten im Genehmigungsverfahren und Baukostenentwicklung zu minimieren, muss diese Investition von einer staatlichen Förderung flankiert werden.
  • Für einen langfristigen wirtschaftlichen Betrieb und zur Sicherstellung des Standortes wäre ein Genossenschaftsmodell, bei dem sich Erzeuger, Verarbeiter und Handel beteiligen, empfehlenswert.
  • Die Erstellung des technischen Standortkonzeptes orientierte sich an den künftigen Anforderungen an Tierwohl, Klima- und Umweltschutz sowie Regionalität.
  • Eine Kombinationsschlachtung von Rindern und Schweinen wäre möglich und sinnvoll.
  • An dem Standort würden bis zu 70 Arbeitsplätze entstehen.
  • Eine ergänzende teilmobile Schlachtung stellt eine besonders tierwohlgerechte und qualitätserhaltende Art des Schlachtens dar. Derzeit fehlen jedoch kreisübergreifende, landesweit gültige Zulassungen und praxistaugliche Regelungen für teilmobile Schlachtanlagen.
  • Bei der Dienstleistungsschlachtstätte ist besonderes Augenmerk auf eine umwelt- und klimaschutzgerechte Produktion und Energieversorgung (z.B. Biomasseheizkraftwerk, Photovoltaikanlage, Abwärmenutzung und Wasseraufbereitung) zu legen.
  • Die regionale Dienstleistungsschlachtstätte sollte ihr Angebot zum Erhalt des regionalen Markenversprechen auf Kundinnen und Kunden in Sachsen fokussieren. Dadurch kann die regionale Grundversorgung mit Schweinefleisch, bei einem derzeitigen Selbstversorgungsgrad von circa 30 Prozent, verbessert werden.
  • Die Schlachtstätte sollte auch die Annahme von Klein- und Kleinstmengen erlauben und ist deshalb auch für Betriebe mit geringem Bestand bzw. kleinem Produktionsvolumen attraktiv.
  • Um den Standort und die Wirtschaftlichkeit der Dienstleistungsschlachtstätte zu entwickeln, müssen geeignete politische Rahmenbedingungen die Perspektiven in den einzelnen Gliedern der Wertschöpfungskette verbessern.
  • Für die Bewerkstelligung der Gesamtinvestition sind geeignete Maßnahmen wie beispielsweise Fördermittel und/oder genossenschaftliche Beteiligungen notwendig.


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