Afrikanische Schweinepest

Maisernte im Kerngebiet erlaubt, Hochwasser behindert Zaunbau

Im Spree-Neiße Kreis ist die Maisernte im Kerngebiet nun mit Sondergenehmigung erlaubt. Das Erntegut muss aber im Kerngebiet bleiben. Probleme beim Zaunbau bereitet das Hochwasser.

Dank einer Sondergenehmigung des Brandenburger Tierseuchenkrisenzentrums dürfen Landwirte im Spree-Neiße Kreis die Maisernte im Kerngebiet endlich abschließen. Durch die Ernte soll die Fallwildsuche nach Kadavern erleichtert werden, teilte der Landkreis auf Nachfrage von top agrar mit. Die Flächen wurden vor der Maisernte mit Drohnen abgesucht. Außerdem schneiden die Häcksler den Mais auf 50 cm Höhe ab, damit kein auf dem Boden liegender Kadaver in das Häckselgut gerät. Scharfe Auflagen gibt es beim Transport: Der in der Kernzone geerntete Mais muss in der Kernzone bleiben. Haben die Drohnen lebende Wildschweine im Bestand entdeckt, müssen 25 % des Bestandes stehen bleiben. Nach der Ernte laufen Suchtrupps unter tierärztlicher Aufsicht über das Gelände, um Fallwild zu suchen. Weitere landwirtschaftliche Arbeiten sind in der Kernzone nach wie vor nicht erlaubt.

Landwirt Christoph Schulz aus Atterwasch hat seine 80 ha Mais im Kerngebiet diese Woche abgehäckselt. „Wir durften den Mais aber nicht auf unseren Hof bringen, da dieser nicht in der Kernzone, sondern im gefährdeten Gebiet liegt. Daher musste ich ihn an eine Biogasanlage im Kerngebiet verkaufen“, berichtet er. Einen Spitzenpreis erzielt der Landwirt mit dem Verkauf nicht mehr. Denn der TS-Gehalt liegt mittlerweile bei über 40 % und der Mais ist zum Teil stark verpilzt. Schulz ist dennoch froh, dass er den Mais abernten konnte. Kopfzerbrechen bereitet ihm aber die Tatsache, dass er die Maisstengel nicht mulchen darf. „Der Maiszünsler hat dadurch ideale Bedingungen zum Überwintern. Wir werden nächstes Jahr sehr wahrscheinlich ein großes Zünslerproblem bekommen“, befürchtet er.

Hochwasser behindert den Zaunbau zu Polen

Probleme gibt es unterdessen beim Bau des Wildtierzauns an der Grenze zu Polen. Die Bauarbeiten stocken durch das Hochwasser der Oder momentan an vielen Stellen. „Durch die Überflutungen kommen die Bautrupps nicht mehr an die Stellen heran, die für den Zaunbau vorgesehen sind“, erklärt Dr. Tino Erstling vom Landesbauernverband Brandenburg gegenüber top agrar. Momentan sei auch nicht absehbar, wann die Bauarbeiten weitergehen können. Zuerst muss der Wasserstand sinken.

Die Behörden vor Ort hoffen nun, dass sich die Hochwasserlage rasch entspannt. Denn dem Wildtierzaun zu Polen kommt bei der ASP-Bekämpfung große Bedeutung zu, da sich Wildschweine beim Grenzwechsel zwischen Polen und Deutschland auch vom Hochwasser und einer schnellen Strömung im Fluss nicht aufhalten lassen. Für die Schweinehalter bleibt damit das Risiko hoch, dass infizierte Tiere aus dem Nachbarland Polen einwandern. Viele Landwirte zeigen sich angesichts der Verzögerungen beim Zaunbau verärgert. Die Behörden hätten bereits im Sommer, als die Oder monatelang Niedrigwasser führte, einen Zaun bauen müssen, heißt es aus Brandenburg.

Verbessert hat sich aus Sicht des Bauernverbandes die aktuelle Arbeit der Behörden. Nach anfänglichem Kompetenzgerangel greifen die Abstimmungsmaßnahmen nun wesentlich besser, heißt es dazu beim Brandenburger Bauernverband.

Landwirt

Landwirt Christoph Schulz (Bildquelle: Privat)


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Diskussionen zum Artikel

von Gerhard Steffek

Im Osten also nichts Neues!

Inkompetente Flickschusterei vom Feinsten! Denn das die Fallwildsuche mit abgeernteten Feldern leichter geht als wie mit Bestand hätte ja wohl dem Dümmsten einleuchten können. Aber anscheinend sind die dortigen Entscheidungsträger noch dümmer als die Polizei erlaubt.

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