Schweinepest

Mehr als 100 Bundeswehrreservisten der RSU-Kompanien im ASP-Hilfseinsatz

Über 100 Reservisten der Bundeswehr aus acht Bundesländern sind in Brandenburg und Sachsen als Unterstützung zur ASP-Bekämpfung im Einsatz, vor allem bei der Fallwildsuche.

Seit dem 9. November sind mehr als 100 Reservisten der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanien (RSU) aus acht Bundesländern in Brandenburg und Sachsen im Hilfseinsatz gegen die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Das ist der bislang umfangreichste Einsatz der RSU-Kompanien bundesweit.

Die Bundeswehr unterstützt die Landkreise vor allem mit Personal in der Fallwildsuche, klassifiziert als technische Amtshilfe (Art 35 GG) auf Grundlage von Amtshilfeersuchen.

Die 30 RSU-Kompanien der Bundeswehr sind nichtaktive Bestandteile der Territorialen Reserve für den regionalen Heimatschutz. Sie gehören zur Streitkräftebasis und werden durch das Landeskommando des jeweiligen Bundeslandes geführt. Daher besuchte der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis, am 25. November die bei der Fallwildsuche eingesetzten RSU-Kräfte im Landkreis Märkisch-Oderland bei Eisenhüttenstadt.

Generalleutnant Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis, ließ sich über das Vorgehen bei der Fallwildsuche und dem Errichten von Schutzzäunen unterrichten. "Auch im Hilfseinsatz gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest unterstützen unsere Soldatinnen und Soldaten auf allen Ebenen flexibel, reaktionsschnell und durchhaltefähig", sagt Schelleis bei seinem Besuch in Eisenhüttenstadt. In seiner Funktion als Nationaler Territorialer Befehlshaber führt General Schelleis mit seinem Kommando Streitkräftebasis die Kräfte der Bundeswehr bei ihren Einsätzen innerhalb Deutschlands.

Die RSU-Soldaten, die in der "Amtshilfe ASP" eingesetzt sind, gehen in unbewaffneten Suchgruppen jeweils im Abstand von vier bis acht Metern vor. Gesucht werden Wildschwein-Kadaver, Kadaverteile, Fellreste und Knochen. Relevante Funde werden markiert und per Funk an den zuständigen Vertreter des Landkreises oder unmittelbar an den verantwortlichen "Jagdausübungsberechtigten" gemeldet. Dieser nimmt dann alle weiteren erforderlichen Maßnahmen im Rahmen seiner Zuständigkeit und Befugnis vor.

In den RSU-Kompanien leisten Soldaten der Reserve aller Dienstgradgruppen und Uniformträgerbereiche freiwillig Dienst mit regionalem Bezug zu ihrem Bundesland. Im Rahmen der zivil-militärischen Zusammenarbeit können die RSU-Kompanien durch die jeweiligen Landeskommandos zu unterstützenden Hilfeleistungen im Katastrophenfall herangezogen werden - wie auch jetzt in der "Amtshilfe ASP".

Um sich auf solche Einsätze vorzubereiten, bieten RSU-Kompanien jährlich mehrere Ausbildungswochenenden an. Als Pilotprojekt ist in Bayern im Jahr 2019 das erste Landesregiment aufgestellt worden, dass die drei RSU-Kompanien aus Franken führt und organisatorisch zusammenhält.


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