Roggen

Mehr Roggen im Futter, weniger Treibhausgase

Durch hohere Roggenanteile in der Futtermischung lassen sich die CO2-Emissionen in der Schweinemast senken.

Durch eine regionale, roggenbetonte Fütterung, die auch Anteile an Raps enthält, kann die jährliche CO2-Emission in der Schweinemast um mehr als 20 % gesenkt werden. Das sei das zentrale Ergebnis des Forschungsvorhabens „6-R-Konzept“, an dem KWS Lochow GmbH als Projektpartner beteiligt war, heißt es in einer Pressemitteilung des Pflanzenzuchtunternehmens.

Nach Angaben von KWS verursacht Hybridroggen im Vergleich zu Weizen weniger Treibhausgasemissionen, da er einen geringeren Bedarf an Dünger und Wasser hat und darüber hinaus über eine sehr gute Pflanzengesundheit verfügt. „Wenn alle Schweinemastbetriebe in Deutschland auf ein neues Fütterungskonzept mit Roggen umstellen - und das sind über 18.000 Betriebe mit mehr als 17 Mio. Tieren - könnten dadurch jährlich etwa 6,5 Mio. t CO2 in der Landwirtschaft eingespart werden“, erklärte der Bereichsleiter Tierfütterung bei der KWS Lochow GmbH, Dr. Andreas von Felde.

Keine langen Transportwege

Neben den Vorteilen von Hybridroggen komme die Einsparung im 6-R-Konzept auch zustande, weil das Tierfutter regional produziert werde und lange Transportwege dadurch entfallen. Heute werde häufig importierter Weizen beigemischt, ebenso wie eingeführte Sojaprodukte als Eiweißlieferant, so der Futterexperte. Das beeinflusse die CO2-Bilanz natürlich negativ. Hybridroggen hingegen könne in ausreichenden Mengen regional angebaut werden und Raps als heimische Eiweißpflanze Soja ersetzen.

Laut KWS wurde das 6-R-Konzept als einziges Schweinefütterungsprojekt im letzten Jahr für das Innovationsprogramm KlimAgrar des Bundeslandwirtschaftsministeriums ausgewählt. In diesem werden 33 Projekte für klimagerechtes Handeln in der Landwirtschaft in den Bereichen Boden, Pflanzenbau und Tierhaltung vernetzt. Im Rahmen des Forschungsprojektes KlimAgrar soll nun in groß angelegten Fütterungsversuchen mit mehr als 20.000 Tieren verifiziert werden, wie klimagerechtes Handeln über die Effizienz des Roggenanbaus und dessen Wirkung bei der Fütterung auf das Tierwohl gefördert werden kann.

Ressourcen schonen

„Das enorme Einsparpotential von CO2 durch geänderte Fütterungskonzepte zeigt, wie groß das Potential des ressourcenschonenden Anbaus von Hybridroggen an sich ist, sowohl in der Tierernährung als auch aus pflanzenbaulicher Sicht“, erklärte von Felde. Ergebnisse dieser neuen Forschungsarbeit werden im Juni dieses Jahres erwartet.


Diskussionen zum Artikel

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Milchmädchenrechnung

Herr Dr. von Felde geht davon aus, dass alle Schweinehalter seiner Meinung nach falsch füttern. Wir setzen schon viele Jahre in der Schweinemast nur auf behandeltes Rapschrot als Eiweißlieferant. Auch kann ich nach späträumenden Zuckerrüben keinen Roggen mehr anbauen. Er mag recht ... mehr anzeigen

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