Modellvorhaben Tierschutz: Kammer Niedersachsen präsentiert Ergebnisse

Ein Baustein der von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ins Leben gerufenen Tierwohl-Initiative sind so genannte „Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz“ (MuD). Ziel verschiedener Projekte ist es, das Tierwohl in Praxisbetrieben durch gezielte Beratung zu verbessern.

Ein Baustein der von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt ins Leben gerufenen Tierwohl-Initiative „Eine Frage der Haltung – Neue Wege zu für mehr Tierwohl“ sind so genannte „Modell- und Demonstrationsvorhaben Tierschutz“ (MuD). Ziel verschiedener Projekte ist es, das Tierwohl in Praxisbetrieben durch gezielte Beratung zu verbessern. Erste Ergebnisse zu zwei Projekten hat jetzt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen präsentiert.
 
Im ersten Projekt ging es um die „Prävention von Schwanzbeißen beim Schwein“. Im Rahmen dieses Beratungsprojektes sollten die Haltungsbedingungen in der Ferkelaufzucht und Schweinemast optimiert werden, um so die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Schwanzbeißen zu reduzieren. Betreut wurden die 17 teilnehmenden Betriebe durch Wilhelmine Grothmann von der LWK Niedersachsen. Nach Aussage der Expertin ist es in der Praxis nach wie vor schwierig, die Auslöser für das Schwanzbeißen eindeutig zu lokalisieren. Dennoch fanden sich verschiedene Risikofaktoren. In der Ferkelaufzucht z.B. passten in einigen Betrieben die Durchflussraten der Tränken nicht. „Ein zu hoher Wasserdruck in den Leitungen führte dazu, dass die Tiere zu wenig Wasser aufnahmen, weil beim Saufen zu viel Wasser aus dem Maul heraus spritzte. Das bedeutete Stress für die Ferkel“, so die Schlussfolgerung Grothmanns. Darüber hinaus fiel auf, dass die Temperaturen und die Luftfeuchte im Abteil häufig nicht optimal waren. Das führte zu Hitzestress bei den Schweinen. In der Mast fanden sich ähnliche Risikofaktoren, hier passte die Temperatur nicht immer. Aber auch die Strukturierung der Buchten war nicht immer optimal, häufig mussten die Schweine durch den Liegebereich zu den Tränken oder zum Trog laufen. Das sorgte für unnötige Unruhe und Stress in den Buchten.
 
Dass zweite MuD-Projekt befasste sich mit der „Optimierung des Stallklimas in der Mastschweinehaltung“. Ziel dieses Projektes war es, durch eine betriebsindividuelle Optimierung des Stallklimas das Tierwohl aber auch den Energieeinsatz zu verbessern. Betreut wurden die 16 teilnehmenden Betriebe durch Katrin Peperkorn von der LWK Niedersachsen. Erste Auswertungen brachten folgende Ergebnisse:

  • Ein Problem sind nach wie vor die Gülleschieber im Zentralgang. Durch nicht oder fehlerhaft abgedichtete Schieberöffnungen dringt Falschluft in den Güllekanal ein, diese Falschluft strömt dann durch den Spaltenboden in die Buchten.
  • Temperaturfühler werden zu oft falsch platziert. Sowohl Innen- als auch Außenfühler dürfen nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein.
  • Viele Lüftungsanlagen sind stark verschmutzt, das betrifft insbesondere den Abluftbereich.
  • Verschmutze Zuluftöffnungen erhöhen die Stromkosten deutlich.
 
 
 
 
 
 

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