Praktiker berichten

Neue Ideen fürs Deckzentrum Plus

Ein verkürzter Aufenthalt im Deckzentrum lässt sich durch das zügige Umstallen der Sauen in den Wartestall oder durch Gruppenhaltung im Deckzentrum erreichen. Wir haben zwei Praktiker befragt.

Die neuen Vorgaben der Haltungsverordnung sind vor allem für Sauenhalter eine Mammutaufgabe. Bereits im Vorfeld der Diskussionen haben von 2017 bis 2020 Praxisbetriebe an dem vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Projekt „Modell- und Demonstrationsvorhaben (MuD) Tierschutz“ teilgenommen.

Im Netzwerk 8 „Verbesserung und Anreicherung der Haltungsumgebung von tragenden Sauen“ haben sie unter Betreuung von Beraterin Theresa Belz vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) Lösungen erprobt, um die Fixierungszeit der Sauen im Deckzentrum zu verkürzen. In der letzten top agrar-Ausgabe (9/2020) haben wir ab Seite S8 bereits über zwei Betriebe berichtet. Lesen Sie in dieser Ausgabe Teil II der Betriebsreportagen.

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Frühe Gruppenphase, weniger Rangkämpfe

Familie Langreder baut derzeit ein neues Deckzentrum mit 5,4 m² Platz pro Sau. Im Altgebäude praktizieren sie bereits Gruppenhaltung im Deckzentrum.

Jürgen und Wilken Langreder aus Neustadt am Rübenberge (Niedersachsen) sind ein eingespieltes Team. Damit sie mit ihren 440 Sauen auch langfristig gut für die Zukunft aufgestellt sind, bauen Vater und Sohn aktuell über das MuD-Projekt an den bereits 2005 gebauten und ausgelagerten Wartestall ein neues Deckzentrum mit 72 Besamungsständen an.

Hier wollen sie den Sauen im Deckzentrum Gruppenhaltung mit einem Platzangebot von 5,4 m² pro Sau inklusive überdachtem Auslauf mit Außenklimareizen und Strukturelementen ermöglichen. Im Herbst 2020 sollen die ersten Sauen im Anbau belegt werden. Bis dahin besamen Langreders die Sauen noch im über 20 Jahre alten Deckzentrum auf dem Betriebsgelände. Im Rahmen des MuD-Projekts haben Jürgen und Wilken Langreder das Altgebäude bereits komplett entkernt. Entwickelt wurden die Neu- und Umbaumaßnahmen zudem gemeinsam mit der Bauberatung der VzF GmbH.

In zwei mit dem Trog zueinander gerichteten Reihen konnten die Landwirte die Besamungsstände versetzen. So haben sie das Platzangebot im Laufbereich erhöht und können die frisch belegten Sauen in der Gruppe halten.

Bereits vor dem Umbau betrug der Abstand der Besamungsstände zur hinteren Wand etwa 2,0 m. Bei der einreihigen Aufstallung wäre der gesetzliche Mindeststandard von 1,6 m dadurch bereits mehr als erfüllt gewesen. „Aus den bereits gesammelten Erfahrungen des MuD-Netzwerks wussten wir jedoch, dass dieser gesetzlich vorgeschriebene Abstand oft nicht ausreicht, damit die Sauen stressfrei aneinander vorbei kommen können“, erklärt der 57-jährige Jürgen Langreder. Darum haben die Schweinehalter den Laufbereich nochmals um weitere 20 cm auf insgesamt 2,2 m vergrößert, indem sie die Besamungsstände zusammengeschoben und den Eberlaufgang auf 0,8 m Breite verkleinert haben....

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