Berlin

Neuland: „Gesellschaftliche Debatte um Tierhaltungsformen noch nicht umgesetzt!“

Hubert Weiger von Neuland findet es unverständlich, warum der LEH noch nicht auf das Angebot eingegangen ist, Freilandhähnchen aus Mobilstallhaltung ins Sortiment zu nehmen.

Der Neuland e.V. sieht eine Diskrepanz zwischen gesellschaftlichen Ansprüchen zur Nutztierhaltung und den Angeboten von Produkten aus artgerechter Haltung im Lebensmittelmarkt.

„Wir vermissen die konkrete Nachfrage nach Tierschutz-Premium-Produkten sowohl vom Lebensmitteleinzelhandel, als auch von Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung sowie von den Fleischerfachgeschäften. Das heutige Angebot liegt immer noch unter ein Prozent des Fleisch- und Wurstmarktes, obwohl das Vermarktungspotential deutlich größer ist“, so Prof. Hubert Weiger, Vorsitzender des Neuland e.V. und Bundesvorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND).

Laut Weiger könne Neuland dem Lebensmitteleinzelhandel noch deutlich mehr liefern. Auch die Liefermengen von Schweinen an ALDI Nord und Süd sind seiner Meinung nach noch ausbaufähig. Für unverständlich hält der Umweltschützer, warum bisher der Lebensmitteleinzelhandel nicht auf das Angebot des Vereins eingegangen ist, Freilandhähnchen aus Mobilstallhaltung ins Sortiment zu nehmen. „Allen großen Handelsunternehmen wurde im Frühjahr 2019 ein Angebot gemacht, doch leider ohne Erfolg“, so Weiger weiter. Obwohl die größten Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels Mitte Januar 2019 angekündigt hätten, eine einheitliche Kennzeichnung zur Haltungsform im 2. Quartal 2019 einzuführen – inklusive der Haltungsform Premium. Der Ankündigung sei jedoch keine Umsetzung gefolgt. „Wir fordern mehr Engagement der Branche!“ betont Weiger.

Vermarktungspotential sieht der Vorstandssprecher von Neuland, Jochen Dettmer, auch noch in der Gastronomie/Gemeinschaftsverpflegung und im Fleischerhandwerk: „Das Fleischerhandwerk bleibt der bevorzugte Vermarktungspartner im Neuland-Programm. Wir brauchen dezentrale und regionale Strukturen mit kurzen Wegen und einem kreativen Mittelstand.“

Um aber auch kurzfristig Verbrauchern ein Angebot für Produkte aus besonders tiergerechter Haltung unterbreiten zu können, bietet das Programm seit Anfang September 2019 Produkte im Online-Handel an. Auch hier will der Verein Nachhaltigkeitsaspekte umsetzen. „Wir bieten gemischte Fleischpakete von Schwein, Rind und Geflügel an, die erst dann verschickt werden, wenn die Nachfrage für ein ganzes Tier erbracht worden ist. So wird das ganze Tier verwertet. Auch ist die Verpackung unter Verwendung von Stroh umweltfreundlich“, so Maria Schöne, zuständige Projektleiterin des Online-Shops des Neuöand-Vermarkters „Artgemäß GmbH & Co. KG“ aus Gifhorn in Niedersachsen.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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