Tierschutz

„Nutztierhaltungsverordnung bedroht meine Existenz“ Premium

Sauenhalter Felix Kampmann aus dem Sauerland fordert die Mitglieder des Bundesrates auf, dem jetzigen Entwurf nicht uneingeschränkt zuzustimmen. Er sieht seinen Betrieb gefährdet.

Am Freitag will der Bundesrat die Neufassung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (TierSchNutzV) verabschieden. Felix Kampmann, 28-jähriger Ferkelerzeuger mit 550 Sauen aus dem Sauerland, sieht in dem Ende Januar vom Agrarausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz vorgelegten Entwurf eine existenzielle Bedrohung für seinen Betrieb. Im Vorfeld der Abstimmung erklärt der junge Unternehmer gegenüber top agrar, welche Probleme auf ihn und Berufskollegen zukämen, sollte die Länderkammer den Entwurf in der jetzt vorliegenden Form annehmen.

Lange Übergangsfristen nötig

Problem Nr. 1: Der Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz fordert, dass das Magdeburger Urteil, nachdem Sauen ihre Gliedmaßen im Kastenstand uneingeschränkt ausstrecken können müssen, sofort in ganz Deutschland umgesetzt wird. Für meinen Betrieb hieße das, dass ich zusätzlich zu den erst im Jahr 2018 investierten 1,2 Mio. € nochmals viel Geld in den erneuten Stallumbau investieren müsste. Das ist nicht zu finanzieren! Es ist auch keine Lösung, jede...

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Seeger

@Herr Schanne,...

... ich erkenne bei Ihnen nicht die Bereitschaft sich sachlich mit den Argumenten dieses jungen Landwirtes auseinanderzusetzen. Statt dessen verweisen sie auf die Justitz. Welch ein schwaches Bild geben Sie doch ab. Wem die Argumente ausgehen der holt den Knüppel. Ich bezweifle dass unsere Rechtsprechung in der Lage ist die komplexen Zusammenhänge dieser Situation zu durchdringen. Es gibt in nahezu jedem Bundesland der LWK unterstellte Versuchs- und Ausbildungsbetriebe. Diese forschen im Bereich der Tierhaltung und können wertneutral Forderungen des ominösen "Bürgers" mit der Realität abgleichen und das Machbare darlegen. Dies wäre der richtige Weg um Haltungsanforderungen zu formulieren.

von Klaus Jensen

Eine Frage habe ich an Herrn Schanne:

Die Ferkel, die wir auf unserem Betrieb konventionell mästen stammen aus einer konventionellen Sauenherde mit Kastenstanndhaltung. Bislang wurde nahezu jedes Mastschwein aus unserem Betrieb verkauft. Ich gehe davon aus, dass die aufnehmende Hand (also Schlachter früher oder Schlachthof heute) dass Fleisch unserer Mastschweine gewinnbringend in den Verkehr bringt, also wieder einen Kunden dafür findet. Wenn "der Bürger" (wer ist das? so ein paar Gutmenschen?) darauf verzichten kann, braucht er das Fleisch ja einfach nicht zu kaufen. Wieso verzichtet "der Bürger" dann nicht einfach drauf? Niemand muss Fleisch aus konventioneller Schweinmast essen. MfG Jens Martin Jensen

von

Kastenstandhaltung

Ökonomische Zwänge in unserer Gesellschaft, denen Politik und Ofizialberatung nichts entgegensetzen, haben die jetzige Art der Tierhaltung bewirkt. Rapide Umstellungen können nicht von den Praktikern getragen werden. Wenn die Gesellschaft die Haltungsform als Fehlentwicklung ansieht, soll die Gesellschaft die Umstellungskosten tragen. Bitte, Ihr Politiker, baut die Voraussetzungen zusammen mit der Praxis dafür, dass unsere Landwirtschaft den Anforderungenn der Gesellschaft Folge leisten kann.

von Günter Schanné

Kastenstandhaltung

Auch Landwirte stehen nicht über dem Gesetz. Es gibt keinen Anspruch auf Bestandsschutz hinsichtlich einer rechtswidrigen Kastenstandhaltung. Siehe Magdeburger Urteil, bestätigt vom Bundesverwaltungsgericht. Sachsen-Anhaltinische Veterinärbehörden setzen das Urteil bereits um. Wir Bürger sind bereit auf tierquälerische Sauenhaltung zu verzichten.

von Wilhelm Grimm

Logik und Verstand sind in der Agrarpolitik unzulässig.

es lebe die Ideologie. Diese Regierung gehört auf den Scheiterhaufen der Geschichte.

von Franz Gerstner

Empfelendswerte Vorschlaege

Kommen aus der Praxis für Praktiker. Weitermachen u. Durchhalten!!

von Gerhard Seeger

Ein guter und fundierter Beitrag.

Wer hier disliked hat offenbar nicht verstanden was die Stunde geschlagen hat oder gehört einer obskuren Fraktion an.

von Heinrich Hagedorn

Klasse Beitrag !

Super auf den Punkt gebracht.

von Heinrich Steggemann

Meine volle Zustimmung

Vor allem die gestaffelte Netto Buchtenfläche ist wichtig. Der Sau ist die Bruttobuchtengrösse egal. Beim Umbau von noch gut erhaltenen Gebäuden kann so individuell die Bruttobuchtengrösse als Kompromiss zwischen vorhandenen Abteilabmessungen und Arbeitskomfort festgelegt werden.

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