Klimaschutz

Ökobilanz auf dem Teller: Rein vegane Ernährung keine Lösung

Pflanzliche und tierische Nahrung sollten sich nach Meinung des Ernährungswissenschaftlers Dr. Malte Rubach ergänzen. Für kaum möglich hält der Experte hingegen eine komplett vegane Ernährungsweise.

Eine rein vegane Ernährung in Deutschland ist kaum möglich und auch aus Klimaschutzgründen nicht anzustreben. Zu diesem Ergebnis kommt nach Angaben des Bundesverbandes Rind und Schwein (BRS) zumindest der Ernährungswissenschaftler Dr. Malte Rubach in seinem Buch „Ökobilanz auf dem Teller: Wie wir mit unserem Essen das Klima schützen können“. Der Autor plädiert darin für einen maßvollen Genuss regional erzeugter Nahrungsmittel, wobei sich pflanzliche und tierische Nahrung ergänzen sollten.

Hoher Wasserbedarf

Neben Risiken für eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung kritisiert Rubach in seiner Publikation den hohen Wasserbedarf einer ausschließlich pflanzlichen Ernährungsform. Dabei beruft er sich auf Untersuchungen des World Wide Fund for Nature (WWF), der für Deutschland einen um 50 % höheren Wasserbedarf einer veganen Kost im Vergleich zur aktuellen Mischkost mit tierischen Lebensmitteln errechnet habe. Diese Ernährung belaste daher aufgrund des hohen Importanteils pflanzlicher Lebensmittel vor allem die Exportländer, die nur über knappe Wasserressourcen verfügten.

Regionale und saisonale Lebensmittelerzeugung

Der Autor macht in seinem Buch auf einen weiteren Effekt aufmerksam: Der ernährungsbedingte CO2-Fußabdruck eines Verbrauchers in Deutschland liege im Gegensatz zu dem eines in Afrika lebenden Verbrauchers „nur“ bei 2,4 statt 2,8 t C02-Äuivalent pro Jahr. Der Grund dafür sei eine sehr effiziente deutsche Lebensmittelerzeugung. Der Experte erinnert daran, dass Ernährungsempfehlungen solche Zusammenhänge berücksichtigen und nicht zu einem zwingenden Verzicht auf tierische Lebensmittel führen sollten. Rubach plädiert aus Klimaschutzgründen für eine möglichst regionale und saisonale Produktion von Lebensmitteln. Tierische Lebensmittel könnten zudem das ganze Jahr über in Deutschland regional erzeugt werden, denn die Futtermittel stammten zu mehr als 90 % aus heimischem Anbau. Eine nachhaltige Lebensmittelerzeugung sei daher derzeit ohne Tierhaltung undenkbar.

Geschlossene Nährstoffkreisläufe

Der BRS weist mit Blick auf Rubachs Buch darauf hin, dass Nutztiere einen wichtigen Beitrag zur Flächen- und Ressourcennutzung in der Lebensmittelerzeugung leisteten, da sie für Menschen nicht-essbare Pflanzenmasse aus der landwirtschaftlichen Produktion verwerteten und daraus hochwertige Lebensmittel erzeugten. Zusätzlich sorgten sie für Wirtschaftsdünger, trügen zur Verringerung des Mineraldüngereinsatzes bei und schlössen Nährstoffkreisläufe.


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