Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

Expertentipps: Schweine müssen jederzeit faserreiches Beschäftigungsmaterial haben

Neuerdings müssen alle Schweine Zugang zu organischem und faserreichem Beschäftigungsmaterial haben, zu jeder Zeit. Was bedeuten die neuen Vorgaben im Detail?

Seit dem 1. August 2021 müssen Schweine jederzeit Zugang zu organischem und faserreichem Beschäftigungsmaterial erhalten. Das schreibt die neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung vor. Als Beschäftigungsmaterial können insbesondere Stroh, Heu, Sägemehl oder eine Mischung dieser Materialien dienen. Das Beschäftigungsmaterial muss folgende Eigenschaften erfüllen:

  • untersuchbar: Das Schwein muss das Beschäftigungsmaterial bewühlen oder hebeln können, beispielsweise durch ein bodennahes Angebot oder Angebot auf einer Platte bzw. in einem Trog.
  • bewegbar: Die Tiere können die Position bzw. den Standort des Materials verändern.
  • veränderbar: Das Schwein kann das Aussehen und die Struktur des Materials verändern.

Bei der Auswahl des Beschäftigungsmaterials haben Tierhalter die Qual der Wahl. Eine Orientierungshilfe bietet das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und -sicherheit (Laves). Das Laves hat eine Liste mit häufig gestellten Fragen und Antworten rund um das Thema Beschäftigungsmaterial zusammengestellt. Diese und weitere Dokumente finden Sie unter dem QR-Code am Ende des Beitrags.

Zudem hat das Laves beurteilt, inwiefern häufig verwendete Beschäftigungsmaterialien die neuen Anforderungen der Haltungs-VO erfüllen (siehe Übersicht).

Auch die Ausführungshinweise der Haltungs-VO, die Amtsveterinären bei Kontrollen als Richtschnur dienen, verweisen auf die Laves-Tabelle. Sie liefert Schweinehaltern also einen guten ersten Überblick.

Holz nur mit Einschränkung

Ein beliebtes Beschäftigungsmaterial im Stall ist Beißholz. Es ist zwar weiterhin zugelassen – allerdings nur dann, wenn die Holzstücke untersuchbar, bewegbar und innerhalb weniger Tage zerkaubar sind. Das bedeutet konkret: Das Holz muss vom Schwein ins Maul genommen werden können. Deshalb muss die Größe des Holzstücks an das Alter der Schweine angepasst sein. Die verwendeten Holzsorten müssen zudem unbehandelt und weich sein. Hier steht also allenfalls Weichholz wie z.B. Fichte oder Pappel als Alternative zur Verfügung. Auf getrocknetes Holz sollten Sie verzichten, da es härter ist, eventuell splittert und sich die Tiere daran verletzen können.

Wird das Holz an Ketten angeboten, sollten Sie darauf achten, dass es tief genug angebracht wird, damit es für die Tiere hebelbar ist. Besonders bei einem Angebot im Knabberrohr ist es wichtig, dass das Beißholz gut erreichbar und ausreichend frei im Knabberrohr angebracht ist.

Unter dem Strich stellt sich für Schweinehalter...


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