Penny führt Wurst und Fleisch mit Tierschutz-Label ein

Im Juli hat der Lebensmitteldiscounter Penny eine Haltungskennzeichnung für Schweinefleisch eingeführt. Jetzt geht die Rewe-Gruppe einen Schritt weiter und präsentiert mit dem Deutschen Tierschutzbund und der Erzeugergemeinschaft Osnabrück ein Konzept zur Vermarktung kompletter Schweine, und nicht nur der Edelteile.

Bereits im Juli hat der Lebensmitteldiscounter Penny eine Haltungskennzeichnung für Schweinefleisch eingeführt. Jetzt geht die Rewe-Gruppe einen Schritt weiter und präsentiert gemeinsam mit dem Deutschen Tierschutzbund und der Erzeugergemeinschaft Osnabrück (EGO) das nach eigenen Angaben erste Konzept zur Vermarktung kompletter Schweine, und nicht nur der Edelteile. Ab sofort führen alle 2180 Penny-Filialen Wurstprodukte des „Teutoburger Hofschweins“, in 550 Märken sollen zusätzlich Fleischprodukte angeboten werden.

Auf einer Pressekonferenz in einer Kölner Penny-Filiale stellte Stefan Magel, Bereichsvorstand Handel der Rewe-Gruppe, am Montag die neuen Produkte vor. Sechs Wurstartikel und drei Fleischartikel werden unter der Penny-Hausmarke „Naturgut“ im Fleischregal angeboten. Die Wurst kostet 25 bis 35 % mehr als die Standardware, bei Fleischprodukten sind es 40 % Aufpreis.

Die Produkte erfüllen die Kriterien der Einstiegsstufe des Tierschutzlabels „Für mehr Tierschutz“ vom Deutschen Tierschutzbund. Sie sind sowohl mit der Penny-Haltungskennstufe 3 („Tierwohl Plus“) als auch mit einem Stern des blauen Tierschutzlabels gekennzeichnet.

Die Auflagen:

  • Bestandsobergrenze von 3000 Tieren
  • 50 % mehr Platz
  • Luftkühlung und Wasservernebelung im Stall
  • Einsatz von GVO-freiem Futter
  • organisches Beschäftigungsmaterial
  • kurze Transportwege zum Schlachthof
  • Verzicht auf betäubungslose Kastration und Schwanzkupieren
Dafür erhalten die Landwirte einen Festpreis von 2,05 € pro kg Schlachtgewicht. Der Preis ist festgelegt für zwei Jahre. „Um in die Zukunft zu investieren, brauchen die Landwirte langfristige Planungssicherheit“ betonte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzsbundes, auf der Pressekonferenz. Insgesamt drei Pilotbetriebe liefern die Schweine für das Programm. Pro Woche werden bislang 150 Schweine geschlachtet, 200 Tiere pro Woche sind angestrebt. Penny würde gerne mehr Ware vermarkten. Aber für die Umstellung brauchen die Betriebe Zeit.

Das Teutoburger Hofschwein ist eine Kreuzung aus Duroc und Hausschwein. Rudolf Festag, Geschäftsführer der EGO, plant, in Zukunft 100 % Durocfleisch für das Teutoburger Hofschwein zu vermarkten. „Jetzt sind die Verbraucher gefragt, denn die Erzeuger und der Handel brauchen die Unterstützung der Kunden“, appellierte Festag. Dies sei nicht nur bei Umfragen, sondern auch durch die Kaufentscheidung wichtig.
 

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Artikel geschrieben von

Caroline Jücker

Volontärin Schweinehaltung

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