CRISPR/Cas

Prof. Schnieke: „Tiergesundheit hat oberste Priorität“ Plus

Welche Chancen und Risiken das CRISPR/Cas-Verfahren für die europäische Schweinehaltung birgt, erklärt Nutztierbiotechnologin Prof. Angelika Schnieke im top agrar-Interview.

Was verbirgt sich hinter der Abkürzung CRISPR/Cas?

Prof. Schnieke: CRISPR/Cas ist eine Methode der Gentechnik, die man auch als molekulare Schere oder Genome-editing kennt. Die Abkürzung steht für „Clustered regularly interspaced short palindromic repeats“. Ursprünglich stammt das CRISPR/Cas-System von Bakterien, die dieses Werkzeug zur Immunabwehr gegen Viren nutzen. Das eindringende Virus wird erkannt und zerstört, indem das Bakterium bestimmte Bereiche der DNA zerschneidet. Der natürliche Reparaturmechanismus der Zelle fügt die DNA wieder zusammen. Diese Methode machen wir uns zunutze, um im Erbgut ganz spezifische Bereiche zu verändern. Das funktioniert nicht nur bei Bakterien, sondern auch bei Tieren und Pflanzen. Der Vorteil von CRISPR/Cas liegt darin, dass wir den Zuchtfortschritt enorm beschleunigen und Merkmale innerhalb von ein paar Generationen gezielt verändern können.

Gibt es beim Schwein schon Beispiele, wie das Erbgut per CRISPR/Cas verändert wurde?

Prof. Schnieke: Ja, in der Forschung wird CRISPR/Cas schon weltweit bei Schweinen angewendet. Es wird daran geforscht, Schweine resistent gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) zu machen. Man kann das Erbgut von ASP-resistenten Wildschweinen aufschlüsseln, um herauszufinden, welche Stelle in der DNA für die Resistenz verantwortlich ist. Diese Stelle könnten wir dann in unsere Hausschweine einfügen. Mit CRISPR/Cas können Wissenschaftler auch den Ebergeruch verhindern, indem sie die sexuelle Reife von Ebern verzögern oder ausschalten. In den USA und in Schottland haben Kollegen bereits PRRS-resistente Ferkel erzeugen können. Ein weiteres Beispiel ist die Zucht auf braunes Fettgewebe in China. Im Gegensatz zu den meisten Säugetieren besitzen Schweine kein...


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