QS bezieht Stellung

QS: Anforderungen für ausländische Lieferanten sind vergleichbar

Ausländische Ferkel mit niedrigeren Standards wolle QS dennoch weiter akzeptieren, hieß es gestern in einer AgE-Meldung. Die Empörung im Netz war groß. QS nimmt dazu Stellung.

Die Ferkelerzeuger in Deutschland müssen künftig mehr für das Tierwohl leisten. Ausländische Ferkel mit niedrigeren Standards will QS dennoch weiter akzeptieren, hieß es gestern in der AgE-Meldung „Kein Ausschluss ausländischer Ferkel“. Diese Nachricht sorgte im Netz für starke Diskussionen. Die Qualität und Sicherheit GmbH (QS) nimmt dazu Stellung:

Für den Bezug von Ferkeln seien seit einigen Jahren klare Anforderungen im QS-System definiert: QS-Schweinemäster dürften Ferkel nur von QS-lieferberechtigten Betrieben beziehen. Die Ferkel müssen von QS-zertifizierten Betrieben stammen oder von zugelassenen Betrieben, die nach einem der anerkannten Standards in Belgien, Dänemark oder den Niederlanden zertifiziert sind.

Vergleichbare Anforderungen, wie deutsche Sauenhalter

Entscheidend sei: Für Lieferungen ins QS-System müssen diese bezüglich der Ferkelkastration ab 2021 vergleichbare Anforderungen erfüllen, wie die deutschen Sauenhalter! Die Anforderungen für ausländische Lieferanten müssen vergleichbar, nicht aber identisch sein. Konkret heißt das: Ferkel dürfen ins QS-System geliefert werden, wenn die chirurgische Kastration unter Betäubung/ Schmerzausschaltung, Jungebermast oder Jungebermast mit Impfung gegen Ebergeruch stattgefunden hat. Niederländische Ferkel z.B. müssen mit CO² betäubt werden, weil Isofluran dort nicht zugelassen ist. Die Ferkel seien deshalb weiter QS-konform.

Zum Bundesratsbeschluss noch nicht sprechfähig

Zu dem Bundesratsbeschluss zur Kastenstandhaltung vom 03. Juli 2020 sei in den QS-Gremien noch keine Abstimmung erfolgt. Jede diesbezügliche Äußerung zum Standpunkt von QS ist zum jetzigen Zeitpunkt rein spekulativ. QS bittet hier um etwas Geduld. "Als Qualitätssicherungssystem sind wir in der Lage, schnell auf Gesetzesänderungen zu reagieren. Welche Kriterien in die Leitfäden aufgenommen und dann in den Audits überprüft werden, wird nach Beratungen mit den Experten in den QS-Gremien entschieden", heißt es in einer Mitteilung.

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Kein Ausschluss ausländischer Ferkel

vor von Agra Europe (AgE)

Die Ferkelerzeuger in Deutschland müssen künftig mehr für das Tierwohl leisten. Ausländische Ferkel mit niedrigeren Standards will QS dennoch weiter akzeptieren.


Diskussionen zum Artikel

von

Stefan B.

Wer ist eigentlich QS. Im obigen Artikel wird nicht mal ein Name geliefert wer von Seiten der QS solchen Blödsinn verzapft. Alles versteckt sich. QS ist klar der verlängerte Arm des Lebensmitteleinzelhandels. Alle die in den Gremien sitzen sind nur deswegen da weil sie hörig sind oder ... mehr anzeigen

von Erwin Schmidbauer

EU-Irrsinn

Was hier eigentlich abläuft zeigt doch dieses Beispiel: Isofluran ist in NL nicht erlaubt und CO2 in Deutschland nicht. Glaubt den irgendwer, die Schweine in D fühlen anders als die in NL oder die Menschen sind anders empfindlich gegen Gefahrstoffe? Da merkt man doch erst, dass hier ... mehr anzeigen

von Günter Schanné

QS-Ferkel aus den EU-Nachbarstaaten

In den Nl werden die meisten Eber unkastriert geschlachtet. Die CO2-Betäubung widerspricht deutschem Recht, weil 1. keine Schmerzausschaltung erzielt wird. Und 2. führt die CO2-Betäubung zu Beklemmungen und Erstickungsanfällen bei den Ferkeln. Dies ist ein Verstoß gegen das ... mehr anzeigen

von Heinrich Albo

Die Anforderungen sind absolut nicht vergleichbar!

In den Niederlanden steht CO2 und in Dänemark das Lokalanästhesitikum (Procain) lediglich auf dem Papier.... Kontrolle unmöglich ....und deutlich niedrigere Kosten!!!

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