Rheinländer fordern den 4. Weg

Auch im Rheinland wächst die Sorge, dass es in Deutschland in Zukunft immer weniger Sauenhalter geben könnte.

Auch im Rheinland wächst die Sorge, dass es in Deutschland in Zukunft immer weniger Sauenhalter geben könnte. Während sich Nachbarländer wie Dänemark und Niederlande bereits auf die höheren deutschen Anforderungen beim Thema Ferkelkastration vorbereiteten, verweigere sich Deutschland, praktikable Lösungen zuzulassen, heißt es beim Rheinischen Landwirtschafts-Verband (RLV). Dafür fehle den rheinischen Schweinehaltern jedes Verständnis.

„Nur noch gut sechs Monate ist die bisherige Praxis der Kastration mit Einsatz von Schmerzmittel erlaubt und auch Frau Klöckner gibt uns keine Antwort auf die Frage, wie es danach weitergehen soll. Die deutschen Sauenhalter stehen am Abgrund und brauchen endlich Klarheit, wie sie ihre Ferkel ab 2019 verkaufen können“, so Wilhelm Hellmanns, Vorsitzender des RLV-Fachausschusses Schweinefleisch.

Der RLV weist darauf hin, dass die Schweinemast in diesem Jahr noch zu keinem Zeitpunkt kostendeckend war. Die Sauenhalter, die ihre Ferkel meist nicht im eigenen Betrieb mästen, sehen daher keine Chance, ein paar Euro mehr pro Ferkel vom Mäster verlangen zu können. Dies sei aber notwendig, um zukünftig den Tierarzt für die Kastration männlicher Ferkel unter Vollnarkose – der Methode, die amtlicherseits favorisiert wird – zu bezahlen. Es werden wohl noch mehr Ferkel importiert werden, so fürchten sie. Schon heute fehlen 11 Mio. für die Mast in Deutschland, die in erster Linie aus Dänemark und den Niederlanden importiert werden.

In Dänemark, wo es derzeit kein Verbot der betäubungslosen Kastration gibt, würden die Betriebe bereits auf die deutschen Ansprüche vorbereitet, so der RLV. Besonders dafür geschulte Personen dürfen die Ferkel ab 2019 mit der Spritze lokal betäuben, bevor sie kastriert werden. Da es sich hierbei nicht um einen Vollnarkose handelt, wäre das auch in Deutschland ein praktikabler Weg, wettbewerbsfähig zu bleiben. „In den Niederlanden wird bei der Betäubung überwiegend auf CO2 gesetzt. Ein Verfahren, das in Deutschland nicht angewendet werden darf. Dennoch werden auf diese Weise kastrierte Ferkel millionenfach nach Deutschland verkauft. Wer soll das noch verstehen?“, fragt Wilhelm Hellmanns. Eins sei aber für ihn klar: „Wenn die Politik nicht schnellstens eine praktikable Lösung für die deutschen Ferkelerzeuger anbietet, werden erneut viele Betriebe die Sauenhaltung aufgeben, die Übrigen wieder deutlich wachsen. Wer das nicht für die richtige Entwicklung hält, darf uns jetzt nicht die Unterstützung verweigern. Wir brauchen den 4. Weg!“, so sein Appell.


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