Sauensterblichkeit: Dänemark erforscht Ursachen

Jeder Sauenabgang ist nicht nur ein wirtschaftlicher Verlust, sondern beeinträchtigt auch die Tiergesundheit in der Herde. In einer Studie haben die Universität Aarhus und das Dänische Zentrum für Ernährung und Landwirtschaft die Ursachen in dänischen Beständen erforscht und Lösungsansätze vorgeschlagen.

Jeder Sauenabgang ist nicht nur ein wirtschaftlicher Verlust, sondern beeinträchtigt auch die Tiergesundheit in der Herde. Wie das Online-Portal Pig Progress berichtet, haben die Universität Aarhus und das Dänische Zentrum für Ernährung und Landwirtschaft deshalb in einer Studie die Ursachen von Sauensterblichkeit in dänischen Beständen erforscht und geeignete Lösungsansätze vorgeschlagen.

Auswertungen zeigen, dass die dänischen Schweinehalter in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich den Fokus auf die Reduzierung der Sauensterblichkeit gelegt haben. Die Sterblichkeit konnte von 15,1 % im Jahr 2008 auf 11,4 % in 2015 gesenkt werden und soll bis 2018 auf 9 % reduziert werden.

Lahmheit ist der häufigste Grund, warum Sauen in der Vergangenheit euthanasiert werden mussten. Die dänischen Sauenhalter treffen diese Managemententscheidung meistens nach dem Absetzen, um Tiere mit der Veranlagung zu Fundamentproblemen aus der Herde zu entfernen. „Wenn wir die Sauensterblichkeit signifikant reduzieren wollen, müssen wir aber bereits bei der Vorbeugung von Lahmheit ansetzen“, erklärt Professor Jan Tind Sørensen vom Institut für Tierwissenschaften der Universität Aarhus. Systematisches Monitoring im Wartestall helfe, lahmende Sauen zu identifizieren, in Krankenbuchten umzustallen und diese rechtzeitig medizinisch zu behandeln. Hier rät er den Landwirten vor allem, die Kapazitäten und die Qualität der Krankenbucht abzuchecken. Merzungsgründe sollten möglichst genau dokumentiert werden.

Bei bereits verendeten Sauen lasse sich die Todesursache in vielen Fällen jedoch nicht eindeutig feststellen. Häufig trete der Tod rund um das Abferkeln auf, da die Geburt den Stoffwechsel der Sauen stark belastet. Durch Autopsien lasse sich die Todesursache im Zweifelsfall klären, so Prof. Sørensen. Meistens würden die Sauen an einer Störung des Verdauungstrakts oder an Herzproblemen verenden. „Hitzestress, besonders im Abferkelstall, stellt für die Sau einen weiteren Risikofaktor dar“, erklärt Prof. Sørensen. Durch eine Autopsie bestehe für den Landwirt die Möglichkeit, Todeszeitpunkt und -ursache genau abklären zu lassen. Auch die Beurteilung der Körperkondition der verendeten Sau kann helfen, Todesursachen abzuklären. Zudem sollten Schlachthöfe die Schweinehalter routinemäßig über entdeckte Magengeschwüre informieren, damit die Landwirte rechtzeitig gegensteuern und geeignete Maßnahmen einleiten können, fordert Prof. Sørensen.

Artikel geschrieben von

Caroline Jücker

Volontärin Schweinehaltung

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