Afrikanische Schweinepest

Schottischer Bauernverband fordert Einfuhrverbot von Schweinefleisch aus ASP-Ländern nach GB

Der schottische Bauernverband kritisiert, dass Großbritannien EU-Schweinefleischimporte bislang nicht kontrolliert. Die Gefahr der Einschleppung der ASP ins Land sei hoch und erfordere Maßnahmen.

Im Vereinigten Königreich ist die Angst vor einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im landwirtschaftlichen Berufsstand offenbar sehr groß. So forderte jetzt der schottische Bauernverband (NFU) die Regierung in London „dringend“ auf, einen sofortigen Einfuhrstopp für Schweinefleisch aus EU-Ländern zu verhängen, in denen ASP-Fälle registriert wurden. Explizit genannt werden neben Deutschland auch Belgien, wobei das Königreich längst wieder offiziell als ASP-frei gilt, sowie Rumänien und Polen.

Bislang keine Kontrollen von EU-Schweinefleischimporten

In einem Schreiben an Landwirtschaftsminister George Eustice mahnte der NFU Schottland „unverzügliche Maßnahmen“ an. Ansonsten bestehe ein „hohes Risiko“ für eine Einschleppung. NFU-Schottland-Präsident Martin Kennedy wies darauf hin, dass keine Kontrollen von EU-Schweinefleischimporten in das Vereinigte Königreich durchgeführt würden. „In einer Zeit, in der es ein ernsthaftes Biosicherheitsrisiko für unser Land gibt, kann das nicht so weitergehen“, betonte Kennedy. Nach seinen Worten breitet sich die ASP in ganz Europa schnell aus. Der Verbandspräsident kritisierte, dass die Regierung bislang keine Schutzmaßnahmen ergriffen habe, da sie befürchte, gegen Handels- und Kooperationsabkommen zu verstoßen.

40% Schweinefleischanteil in GB

Kennedy gab zu bedenken, dass rund 40 % des in Großbritannien verzehrten Fleisches Schweinefleisch sei. Laut vorläufigen Daten der EU-Kommission wurden zwischen Januar und August 2021 etwa 113.000 t Schweinefleisch und Schlachtnebenerzeugnisse aus Deutschland in das Königreich geliefert, aus Polen waren es 64.210 t. Insgesamt beliefen sich die Einfuhren aus der Gemeinschaft einschließlich Lebendtieren in der Berichtsperiode auf 569.650 t, wovon Schweinefleisch und Schlachtnebenerzeugnisse 566.380 t ausmachten.


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