Schweineschlachtungen

Schweinefleischerzeugung in Deutschland und EU gesunken

Der in diesem Jahr in Deutschland zu beobachtende Rückgang der Erzeugung von Schweinefleisch hat sich im Juli 2020 verstärkt fortgesetzt.

Wie aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervorgeht, wurden im Juli 2020 knapp 4,30 Mio. Schweine geschlachtet, das waren im Vergleich zum Vorjahresmonat 311.560 Tiere bzw. 6,8 % weniger. Die Fleischerzeugung ging dabei um 5,3 % auf 409.520 t zurück. Eine entscheidende Rolle für dieses Minus dürfte die Schließung des Tönnies-Schlachthofes in Rheda-Wiedenbrück gespielt haben, der erst zur Monatsmitte mit gebremster Kapazität die Arbeit wieder aufnehmen konnte. Die Folge war, dass in Nordrhein-Westfalen das Schlachtaufkommen gegenüber Juli 2019 um 410.000 Schweine bzw. 27,1 % auf 1,10 Mio Stück einbrach. Dagegen legten in Sachsen-Anhalt mit dem Tönnies-Werk in Weißenfels die Schlachtungen um rund 70.500 Tiere oder 18,5 % auf 452.200 Stück zu. Auch nach Niedersachsen wurden schlachtreife Schweine umgeleitet. Dort wurden mit 1,58 Mio nicht nur bundesweit die meisten Tiere verwurstet, sondern auch 68.000 Schweine bzw. 4,5 % mehr als im Juli 2019.

Ein zweiter wichtiger Faktor für das geringere Schlachtschweineangebot in Deutschland war, dass sich im Juli die Zahl der hierzulande geschlachteten ausländischen Tiere um rund 164.700 auf nur noch 131.400 Stück mehr als halbierte. Von Januar bis Juli 2020 kam es gegenüber der vergleichbaren Vorjahreszeitraum laut Destatis zu einem Rückgang bei den Schweineschlachtungen von insgesamt rund 734.100 Tieren bzw. 2,4 % auf 31,10 Mio Stück. Damit wurde ein neuer Mehrjahrestiefstand erreicht. Dabei nahm das Angebot ausländischer Tiere um 19,2 % auf 1,63 Mio. ab. Bei Schweinen aus heimischen Ställen fiel der Rückgang mit 1,2 % auf 29,74 Mio. relativ gesehen deutlich geringer aus. Die Schweinefleischerzeugung blieb mit 2,97 Mio t um 1,7 % hinter dem Vorjahresergebnis der ersten sieben Monate zurück.

Produktion in EU ebenfalls gesunken

In der Europäischen Union (EU) hat die Schweineproduktion im ersten Halbjahr 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum ebenfalls abgenommen. Laut Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) kamen in den 27 Mitgliedstaaten zuzüglich des Vereinigten Königreichs in den meldepflichtigen Schlachtbetrieben 125,20 Mio. Schweine an den Haken. Das waren gut 2 Mio. Tiere oder 1,6 % weniger als von Januar bis Juni 2019. Wie in Deutschland lagen die Schlachtgewichte meist über dem Vorjahresniveau, weshalb die Schweinefleischerzeugung nur um 0,8 % auf 11,78 Mio t rückläufig war.

Entgegen dieser Entwicklung bauten die Spanier bei wachsenden Beständen ihre Produktion deutlich aus. Die Schweineschlachtungen nahmen dort im Vorjahresvergleich um gut 850.000 Tiere bzw. 3,2 % auf 27,61 Mio. Stück zu. Damit rangierte Spanien klar vor Deutschland, für das bei Eurostat im ersten Halbjahr 2020 ein Schlachtungsrückgang von 1,5 % auf 26,78 Mio. Stück ausgewiesen wird. Bei der Schweinefleischerzeugung lagen die Iberer mit 2,51 Mio t aufgrund ihrer geringeren Schlachtgewichte noch hinter Deutschland mit knapp 2,56 Mio t. Etwas mehr Schweine als im Vorjahr wurden auch in Dänemark und Großbritannien geschlachtet, während Italien coronabedingt ein starkes Minus von 13,6 % auf 5,16 Mio. Schweine aufwies. Überdurchschnittlich stark fiel die Zahl der in Schlachtbetrieben verarbeitenden Schweine auch in Polen mit 7,6 % und in Rumänien mit 9,5 %.


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Diskussionen zum Artikel

von Gerhard Steffek

Wenn in der EU weniger Schweine geschlachtet werden -

dann brennt dafür in Brasilien umso mehr der Urwald. Oder glaubt jemand allen Ernstes die Chienesen würden auf ihr geliebtes Schweinefleisch verzichten? Gab es da nicht letzthin einen Artikel, daß sich die Chinesen in Argentinien in die dortige Schweinebranche einkaufen und diese dort ... mehr anzeigen

von Michael Prantl

Schweinebesand

Jetzt hilft kein jammern mehr - mit riesen Schritten gehts jetzt den Berg hinunter - richtig so - die Deutschen haben nicht mehr verdient - warum treten die Politiker die Landwirte so mit Füßen - Sollte mit Ihnen genau so gemacht werden.

von Gerhard Steffek

Und wieder -

ein paar Arbeitsplätze weniger. Oder glaubt jemand, daß da auch nur ein Arbeiter mehr deshalb beschäftigt wird? Hinzu kommt noch weniger Arbeit, weniger Wertschöpfung, weniger Steuern. Deutschland schafft sich auf diese Art und Weise schneller ab als einen lieb sein kann.

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