Preiskrise

Schweinehalter in Irland protestieren vor Supermärkten

In Irland versammelten sich vergangene Woche Bauern vor den wichtigsten Supermarktketten in Dublin und machten auf die Krise im Schweinesektor und ihren aktuellen Überlebenskampf aufmerksam.

In Irland sind Landwirte für eine „sofortige Preiserhöhung“ für Schweinefleisch auf die Straße gegangen. Wie der Bauernverband (IFA) am Montag voriger Woche mitteilte, versammelten sich zur Mittagszeit Mitglieder seines Fachausschusses für Schweine und weitere Bauern vor den wichtigsten Supermarktketten in Dublin und machten auf die Krise im Schweinesektor und auf ihren aktuellen Überlebenskampf aufmerksam.

35 € Verlust pro Schwein

Laut dem IFA-Ausschussvorsitzenden Roy Gallie verlieren die Schweinemäster derzeit mehr als 35 € pro Schwein. Dies sei ein „völlig unhaltbarer“ Zustand. Werde den Mästern nicht eine sofortige Preiserhöhung zugestanden, werde es in nicht allzu ferner Zukunft kein irisches Schweinefleisch mehr geben.

Nach Angaben des IFA-Ausschussvorsitzenden ist die Marge der Schweinemäster in den vergangenen zwölf Monaten aufgrund eines massiven Anstiegs der Produktionskosten, insbesondere für Futtermittel, bei gleichzeitig anhaltend niedrigen Erzeugerpreisen vollständig aufgezehrt worden. „Infolgedessen verliert der durchschnittliche irische Schweinehalter derzeit etwa 10.000 € pro Woche“, so Gallie.

IFA-Präsident Tim Cullinan sieht alle Beteiligten, einschließlich der Einzelhändler, die Absatzförderungsorganisation Bord Bia und Landwirtschaftsminister Charlie McConalogue gefordert, sofortige Schritte zu unternehmen, um die Verluste für die Schweinehalter einzudämmen. Der Brexit und die mit der Corona-Pandemie verbundenen Probleme machten dem Schweinesektor schwer zu schaffen. „Die Schweinehalter leiden und können die derzeitigen Verluste nicht mehr lange verkraften. Ohne eine koordinierende Reaktion aller relevanten Interessengruppen ist der gesamte Sektor in Gefahr“, stellte auch der IFA-Präsident fest.

Werbekampagne für Schweinefleisch

Indes startete Bord Bia in der vorvergangenen Woche eine Werbekampagne für irisches Schweinefleisch, die im Fernsehen, über soziale Medien und andere Kanäle läuft. Etwa die Hälfte des in Irland produzierten Schweinefleisches wird im Inland abgesetzt. Cullinan wertete diese Kampagne als wichtig. Gallie appellierte an die Gastronomie, ausschließlich irisches Schweinefleisch anzubieten und kündigte Überprüfungen dazu an. Derweil wurde bekannt, dass es in dieser Woche einen Runden Tisch im Ministerium zur Situation der Schweinehalter geben soll. Der IFA erwartet die Zusage sofortiger Maßnahmen zur Entschärfung der Krise.

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