„Selbstjustiz ist der falsche Weg“

Nachts in Ställe einbrechen, um Tierschutzverstöße aufzudecken? Das geht gar nicht! Für Dr. Torsten Staack, Geschäftsführer der ISN, gehören Tierrechtler verurteilt und bestraft.

Nachts in Ställe einbrechen, um Tierschutzverstöße aufzudecken? Das geht gar nicht! Für Dr. Torsten Staack, Geschäftsführer der ISN, gehören Tierrechtler verurteilt und bestraft. Marcus Arden und Christian Brüggemann sprachen mit ihm für die top agrar-Ausgabe 4/2018, Spezialprogramm Schweinehaltung:

Auf Ihrer Homepage bieten Sie Landwirten seit Kurzem verstärkt Unterstützung bei Stalleinbrüchen an. Warum gehen Sie das Thema jetzt so offen an?

Staack: Wir halten das Thema deshalb präsent, weil ein Stalleinbruch immer eine enorme psychische Belastung für alle Betroffenen ist. Wichtig ist, dass man als Familie trotzdem in Ruhe überlegt und die richtigen Schritte einleitet. An dieser Stelle setzt unsere Hilfe an. Die Schweinehalter sollen wissen, dass sie bei uns schnell und unkompliziert Unterstützung bekommen.

Wie viele Fälle von Hausfriedensbruch bei Landwirten kennen Sie?

Staack: Allein in den vergangenen zwölf Monaten haben sich 15 bis 20 Landwirte bei uns gemeldet. In den letzten Jahren waren es insgesamt mehrere Dutzend. Einige prominente Fälle haben die überregionalen Medien aufgegriffen. Oft liegt aber kein Einbruch vor – bei dem die Täter auch eine Sachbeschädigung begehen –, sondern „nur“ ein Hausfriedensbruch. An der Strafbarkeit (§ 123 StGB) und der Belastung für die betroffenen Familien ändert das freilich wenig.

Manchmal stellt sich ein Verdachtsfall auch als Fehlalarm heraus. Trotzdem lautet meine Empfehlung: Lieber einmal zu viel Hilfe holen als einmal zu wenig. Und dass sich die betroffenen Landwirtsfamilien bei uns melden, hilft nicht nur ihnen selbst, es gibt auch uns die Möglichkeit, andere Betriebe in der Region zu warnen und aufzufordern, ganz besonders aufmerksam zu sein.

Tierrechtler sind untereinander gut vernetzt. Kennen Sie die Zusammenhänge?

Staack: Ja. Um uns einen Überblick zu verschaffen, haben wir in den vergangenen Monaten das Netzwerk der Tierrechtler sehr genau analysiert. Wir konnten z.B. die...

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