Staatl. Tierwohllabel: Hälfte der Bundesbürger würde mehr für Fleisch zahlen

Aus dem am Mittwoch in Berlin vorgestellten Ernährungsreport geht hervor, dass 47 % der Bundesbürger auf jeden Fall und 43 % eher bereit wären, mehr Geld für Fleisch mit einem staatlichen Tierwohl-Label auszugeben. Bundesagrarminister Christian Schmidt sagte dazu, dass ein Tierwohl-Label weiter auf der Agenda stehe.

Fleischspieß (Bildquelle: www.fleischerhandwerk.de)

Aus dem am Mittwoch in Berlin vorgestellten Ernährungsreport 2018 geht hervor, dass 47 % der Bundesbürger auf jeden Fall und 43 % eher bereit wären, mehr Geld für Fleisch mit einem staatlichen Tierwohl-Label auszugeben, berichtet der Bayerische Rundfunk.

Basis ist eine forsa-Umfrage im Auftrag des BMEL. Gefragt nach ihren persönlichen Erwartungen an die Landwirtschaft nannten 66 % auf Platz eins „das Wohl der Tiere“, das damit noch vor der Qualität der Produkte, der Entlohnung der Mitarbeiter und umweltschonenden Produktionsweisen lag. Rund 79 % der Befragten befürworten ein staatliches Tierwohllabel; 90 % wären bereit, einen höheren Preis für Lebensmittel zu zahlen, wenn die Tiere besser gehalten würden als es das geltende Recht vorschreibt. Nach konkreten Zahlen gefragt, gab jeder Zweite an, dass er dann für ein Kilogramm Fleisch zum Grundpreis von 10 Euro einen Aufpreis von bis zu 5 Euro akzeptieren würde.

Bundesagrarminister Christian Schmidt stellte unterdessen klar, dass ein Tierwohl-Label weiter auf der Agenda stehe. Vier von fünf Verbrauchern wünschten ein solches Label, zitiert ihn der BR. Er gehe davon aus, dass die Einführung eines staatlichen Labels bei den Gesprächen zur Regierungsbildung eine Rolle spielen werde. Der Mittelfranke Schmidt hatte das Tierwohl-Label schon im vergangenen Jahr angekündigt, es aber nicht umgesetzt.
 
Tierschutzverbände lehnen die Kriterien dagegen weiterhin als zu lasch ab. Dem Ernährungsreport zufolge erwarten die meisten Konsumenten nicht nur eine artgerechte Haltung der Masttiere, sondern auch eine gute Qualität der Produkte und eine faire Bezahlung der Mitarbeiter in der Landwirtschaft und Verarbeitung.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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