Steigende Schweinepreise: Fleischindustrie in Sorge

Die zuletzt stark gestiegenen Schweinepreise bedrohen die Existenz vieler Fleischverarbeiter, mahnt der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie.

Des einen Freud ist des anderen Leid: Während der zuletzt starke Anstieg der Preise für Schlachtschweine aufgrund der starken Nachfrage aus China die hiesigen Schweinehalter erfreut, blicken die Unternehmen der deutschen Fleischwarenindustrie sorgenvoll auf die für sie immer höheren Einkaufskosten. Wie der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie (BVDF) mitteilt, haben sich besonders die von den Verarbeitern benötigten Teilstücke wie Schinken, Bäuche und Schultern verteuert, weil die Nachfrage das Angebot teilweise deutlich übersteigt.

Experten gehen unterdessen davon aus, dass die Schweinepreise weiterhin anziehen werden. Hauptgrund dürften der chinesische Bestandsabbau sein. Dort könnte der Schweinebestand im nächsten Jahr um 100 bis 150 Millionen Schweine sinken, sollte die ASP weiter grassieren wie bisher. Der Einfuhrbedarf für Fleisch würde sich dann nochmals deutlich erhöhen, mit entsprechender Wirkung auf die Einkaufspreise der Verarbeiter. Nach Einschätzung des BVDF könnte es künftig erneut zu starken Strukturveränderungen in der Branche kommen, sollte sich die Situation nicht ändern. Laut BVDF ist die von mittelständischen Familienbetrieben geprägte deutsche Fleischwarenindustrie mit rund 17 Mrd. € Umsatz die größte Branche in der deutschen Ernährungsindustrie.

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Diskussionen zum Artikel

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von Walter Rothenbacher

Die arme Fleischindustrie

Ja die werden schon dafür sorgen das der Schlachtpreis wieder sinkt. Bestimmt haben die Politiker auch bei der Industrie Mitleid, schließlich geht es ja auch um Arbeitsplätze. Mensch wenn weniger Schweine am Markt sind dann kosten sie hat einmal mehr. Die Bauern können sie nun mal nicht umsonst mästen.

von Manfred Sommer

Fleischindustrie in Sorge ?

Als vor 1 Jahr pünklich zum Beginn der Grillsaison die Preise gefallen sind habe ich hier in einem Marktkommemtar Gelesen "Das Geschäft ist doch schon Gelaufen da die Mengen längst Eingelagert sind ?" Zu welchen Preisen wurde dann diese Jahr Eingelagert ?

von Gerhard Steffek

Lidl-Werbung!!!!

Wir halten die Preise unten! -------- Da weiß der Bauer woran er ist, bzw. was er zu erwarten hat.

von Norbert Post

Arroganz

Sollen wir jetzt Mitleid haben? Wir Bauern sind emotional, mitleidend, arbeiten bis zur Selbstaufgabe mit den ganzen Familien. Alle packen mit an von groß bis klein. Sie lieben was sie tun weil sie das Herz auf dem richtigen Fleck haben. Jeder kann von uns Hilfe bekommen, jeder egal wie schlecht es dem geht. Es liegt in unseren Genen, sonst würden wir nicht mit Tieren umgehen können. Doch was in den letzten Monaten mit uns gemacht worden ist, hat auch bei uns Spuren hinterlassen. "Tierquäler, Schänder, Umweltverseucher, es gab kein Wort aus dem Bereich der persönlich beleidigenden Angriffe, die für uns nicht gut genug war. " Der Umgang mit uns war so niederträchtig, wie zu Zeiten, die wir schon längst hinter uns glaubten. So und jetzt sollen wir mit denen, die daneben gestanden haben und zugeguckt haben und verdeckt auch noch auf uns draufgekloppt haben, Mitleid haben? Nein, das ist jetzt vorbei. Ihr habt uns gezeigt, dass nur wir uns selbst retten können. Die Rettungswesten haben wir gerade angezogen.

von Lars Henken

Die Fleischindsutire sollte sich schämen!

Wenn ich einen solche Artikel lese, dann frage ich mich wirklich ob sich die Fleischindustrie nicht schämt. Seid vielen Monaten waren die Preise im Keller und wir mussten auf Grund der Ernte teures Futter zukaufen. Viele Schweinehalter mussten aufgeben und die Fleischindustrie hat jeden noch so kleinen Preisanstieg mit Hauspreisen abgeschmettert. Jetzt, da die Schweine gerade mal 4 Wochen etwas mehr kosten steht die Fleischindustrie schon am Abgrund? Wo sind denn die Margen der letzten Monate geblieben? Wo ist das Geld, dass man uns Schweinehaltern abgepresst hat? Wenn man jetzt schon fast pleite ist, dann hat man es auch nicht anders verdient. Dann liegt das Problem aber nicht bei den gestiegenen Schweinepreise sondern ganz wo anders.

von Andreas Schäfer

Diese Bagasch

hat es auch nicht interessiert als die Preise im Keller waren. Ich hör jetzt schon die Verbraucher jammern....

von Karlheinz Gruber

Ich weine der Industrie auch keine Träne nach,

aber, meine lieben Kollegen, wir sitzen am kürzeren Hebel wenn ich daran erinnern darf. Diese "hohen Einkaufskosten" und damit entgangenen Gewinne, wird sich bei nächster Zeit der Fleischhandel zurück holen. Und zwar auf unsere Kosten. Aldi, Lidl und Netto fahren derzeit Sonderrabatte auf Grillgut und Fleisch mit bis zu 0,49 Cent aufs Kilo. Wer wird am Ende die Rechnung bezahlen? Nicht Tönnis usw. Ne wir sind das wieder. Woher dann das Geld dafür kommt?!!!!!! Der Verbraucher will doch nur eines: Billig, Billig, Billig. Und dafür gehen die Rabattschlachten weiter auf unsere Kosten. Preissteigerungen auf Dauer? Ich habe diesen Traum schon ausgeträumt.... leider...

von Eckhardt Koch

Wach werden.

Vielleicht werden jetzt auch die Verarbeiter wach und setzen höhere Preise gegenüber dem Discounter durch und es werden endlich dem immer kritisierenden Verbraucher mal die Augen geöffnet. Und vielleicht ist es der erste Schritt zu einem gerechten und fairen Umgang. Die Verarbeiter haben gegenüber den Mästern sich ja auch immer rücksichtslos mit Hauspreisen durchgesetzt. Nun müssen sie es auch gegen die Discounter machen. Denn nur so lernt der Verbraucher auch etwas zu achten!!!

von Gerhard Steffek

Wie war das doch mal -

wenn ALDI zickt....

von C. Schmidt

Mir kommen die Tränen! Die Fleischwarenindustrie hat sich die letzten Jahre auch nicht für die Schweinehalter interessiert. Die Preise sind praktisch seit Jahren unter den vollen Erzeugungskosten.

von Paul Siewecke

alte Handelsweisheit...

"...der Gewinn wird beim Einkauf gemacht...", leider ist die Quelle, wo man sich bisher billig bediehnt hat, nicht unerschöpflich! Damit wird die Ware (Schweinefleisch) knapp und eben teurer. Dann müssen sie eben den Preis weiterreichen, vielleicht landet so ein wesentlich kleinerer Teil unserer hochwertigen Lebensmittel in der Tonne....

von Bernhard ter Veen

endlich mal ...

ein vernünftiger Preis für die langjährig geschundenen Bauern. da bleibt dann LEIDER etwas weniger für die "Profis von Schalke04" aus der Tönjes-Kasse... hast dich vergallopiert Clemens.

von Gerd Uken

Hat man denn nicht genug eingelagert

Die Schweine waren doch so günstig wie nie? Was so ein bisschen ASP in China doch schon am Weltmarkt aus macht.....dann müssen eben mehr „ Hähnchen und Putenbrüste „ auf den Grill. Oder die Margen von Tönjes u. Co müssen gesenkt werden geht ja bei der Milch bei Lidl und Netto(Edeka) auch.

von Gerhard Steffek

Billig einkaufen, teuer verkaufen -

dieses Geschäftssystem hat wohl im Moment tatsächlich einen Knacks. Aber Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Zu dumm aber auch, daß ausgerechnet zum Start der Grillsaison die Chinesen auf der Matte stehen. Erstaunlich ist schon, daß die Fleischindustrie jetzt schon zum Jammern anfängt, hat der LEH doch erst vor kurzem mal wieder die Verkaufspreise zu Lockpreisen abgesenkt. Dann geht das halt mal nicht mehr. Oder haben Tönnies und Co. da längerfristige Verträge mit dem LEH gemacht und sitzen im Moment gewaltig zwischen den Stühlen? So manche gute Firma ging den Bach runter, weil sie sich zu sehr auf einen oder bestenfalls einige wenige Abnehmer einließen, um am Ende dann ziemlich verlassen dazustehen. Nett ist ja wie der BVDF auf die kleinen und mittleren Betriebe verweist. Das diese die Leidtragenden dieser Entwicklung wären. Die deutsche Fleischwirtschaft wäre von mittelständischen Unternehmen geprägt. Das kommt mir komischerweise aber nicht so vor. Zum Tragen und Preisbestimmend erscheinen mir immer nur die Großen. Es werden auch diese wieder sein, die am Niedergang der kleineren Betriebe ihren Teil dazu beitragen. Denn durch den jetzigen Preisanstieg können die Großen ihre ganze Marktmacht in die Waagschale werfen. Das ganze Gejammer ist ja eh erstaunlich, wenn man bedenkt was für eine Absatzmenge und Markt sich im Moment mit der ASP in China eröffnet. 100 bis 150 Mio.!!!!! Schweine könnten in den nächsten Jahren in China fehlen. Den Markt können wir doch eh nie und nimmer bedienen. Da soll für uns nicht genügend abfallen? Außerdem - wenn wir wieder so viel exportieren, dann würde das doch eh den Bauern wieder zum Vorwurf gemacht werden.

von Bernd Croonenbroek

Fleischindustrie in Sorge

Ich habe wirklich Mitleid und muss jetzt zum weinen in den Keller !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

von Alexander Audrit

Und ich dachte immer...

...der Verbraucher wäre gern bereit etwas mehr für Lebensmittel zu bezahlen. Also sollte die Gewinnspanne doch gleich bleiben. Oder stimmen die ganzen Umfragen die immer im Fernsehen gezeigt werden doch nicht...komisch, damit konnte ja auch niemand rechnen...

von Andreas Schröder

An Dreistigkeit nicht mehr zu überbieten ....

Was die Fleischverarbeiter da vom Stapel lassen. Mir scheint wenn die Preise noch weiter steigen ,was ja überfällig war ,wird sich niemand mehr um irgendwelche Tierwohllabel sorgen. Muss nur die andere Branche nach uns Bauern etwas teurer zahlen und siehe da wird von Existenzängsten geredet. Und wir ? Sind und bleiben wohl die billigen Rohstofflieferanten ?? Aber wenn dann mal sich etwas in Richtung Gewinn entwickelt ???? Irr was sich da zeigt !!!!!

von Hans-Josef Graeven

Lippenbekenntnisse der Industrie und Sonntagsreden von Politikern

Exportmärkte sind Überschussmärkte! Überschussmärkte garantieren der Industrie niedrige Rohstoffpreise. Gleichzeitig führt diese Tatsache zu niedrigen Nahrungsmittelpreisen im Binnenmarkt. Das ist gewollte Agrarpolitik in Brüssel, frei nach dem Satz der alten Römer: "Gebt dem Volk Brot und Spiele." Damit ist eigentlich alles gesagt. Es bleibt die Erkenntnis, dass Industrie und letztendlich auch die Politik kein Interesse an steigenden Preisen für landwirtschaftliche Produkte haben und anderslautende Aussagen ruhig als Sonntagsreden und Lippenbekenntnisse, abgehakt werden dürfen.

von Rudolf Rößle

Gestern

habe ich mit einem Freund unterhalten, der in der Elektroentwicklung tätig ist. Da die weltweiten Verkaufszahlen für Fahrzeuge zurückgehen, werden Mitarbeiter eines amerikanischen Konzerns entlassen, damit ! die Aktienkurse ! nicht einbrechen.

von Norbert Post

Systemfrage

Darin sieht man doch das ganze Problem dieses Systems. Die Industrie hat Verträge ohne uns gemacht in der Gewissheit, dass die Bauern schon liefern. Wir haben auch schön geliefert. Das hat schon Scharm wenn nach nicht einmal 3 Wochen höherer Preise, die Industrie schon stöhnt und davor warnt, man gefährde die Industrie. Wahrscheinlich ist die nächse Schlagzeile: "Bauern zerstören nicht nur die Umwelt sondern auch unsere Nahrungsmittelindustrie". Das System ist doch absurd

von Christian Bothe

Fleischwirtschaft

Das ist aber traurig für die Fleischindustrie! Was soll so ein Beitrag bei diesen Erzeugerpreisen in der Vergangenheit? Da muß man halt bei der bevorstehenden Grillsaison die Preise für den Verbraucher anheben und nicht noch Billigangebote im Supermarkt machen.Aber wem sage ich das und eigentlich weiß das jeder Ökonom...

von Stefan Hezel

Mir kommen die Tränen ich mache mir echt Sorgen wegen unserer Fleischwarenindustrie

von Annette Eberle

Schweinepreise

Die Jahrelange zu niederen Schweinepreise , bedrohen die Existenz der Schweinehalter. Hat die in den letzten Jahren auch nicht interessiert.

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