Danish Crown

Schlachthof Teterow stellt Schweineschlachtungen ein

UPDATE: Schlechte Nachricht für Schweinehalter in Mecklenburg-Vorpommern: Danish Crown beendet die Schweineschlachtung in Teterow. Dabei war diese Zusicherung Teil der Übernahmeerlaubnis.

Danish Crown will bei der Teterower Fleisch GmbH aus dem Landkreis Rostock keine Schweine mehr schlachten, sondern sich auf die Rinderschlachtung konzentrieren. Schweinebauern aus Mecklenburg-Vorpommern müssen ihre Tiere jetzt in weit entfernte Schlachthöfe fahren. Die nächstgelegene Großschlachterei liegt im 140 Kilometer entfernten Perleberg in Brandenburg. Aber auch die noch weiter weg liegenden Städte Stettin, Weißenfels und Altenburg kämen infrage.

Begründung

Wie Danish Crown am Montag erklärte, hätten die schwierigen Marktbedingungen die Schweineschlachtung in Teterow unrentabel gemacht. Daher werde sich Danish Crown künftig ausschließlich auf die Schlachtung, Verarbeitung und Vermarktung von Rindern am Standort Teterow konzentrieren.

Kay Rohloff, Geschäftsführer in Teterow: "Wir haben sehr gezielt daran gearbeitet, sowohl die Produktion als auch die Vermarktung von Schweinefleisch aus unserem Betrieb in Teterow zu entwickeln. Hierzu wurden in den letzten Wochen, gemeinsam mit einem starken, regionalen Partner, Aktivitäten unternommen, um die Vermarktung von Schweinehälften zu verbessern. Jedoch müssen wir nun erkennen, dass unsere wirtschaftlichen Bedingungen gegen eine Fortsetzung der Schweineschlachtung sprechen. Aus diesem Grund wurde die Entscheidung getroffen, die Schweineschlachtung Ende August 2019 einzustellen."

Den Eigentümern sei dieser Schritt in keiner Weise leicht gefallen, doch zur Sicherung des Standortes sei er unvermeidbar gewesen, so Rohloff weiter. Von der Einstellung der Schweineschlachtung per Ende August 2019 sind ca. 10% – 15% der Mitarbeiter betroffen. Gleichzeitig endet der Vertrag mit den Werksvertragspartnern und weiteren externen Dienstleistern, die insgesamt ca. 50 Mitarbeiter am Schlachthof beschäftigten.

"Im Rindersektor werden wir neue Veredelungs- und Wertschöpfungsmöglichkeiten entwickeln, um unseren Standort Teterow nachhaltig und langfristig für die zukünftigen Herausforderungen aufzustellen", ergänzte Ralf Heisterkamp, verantwortlicher Verkaufsleiter in Teterow. Sollte seitens der Landwirte das Interesse daran bestehen, weiterhin Schweine an Danish Crown zu liefern, so stelle man hierfür einen Kontakt zu der Niederlassung in Essen, Oldenburg her.

Backhaus: "Schlag ins gesicht"

Für Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) ist das ein "Schlag ins Gesicht", vor allem für kleinere und mittlere Betriebe im Land. "Auch das Tierwohl würde angesichts der längeren Transportzeiten in benachbarte Bundesländer durch diese Entscheidung mit Füßen getreten", so Backhaus gegenüber der dpa. Als Danish Crown vor zwei Jahren den Standort in Teterow übernommen hat, sei die Weiterführung der Schweineschlachtung einer der maßgebenden Gründe für das Land gewesen, die Ansiedlung zu unterstützen, heißt es.

Laut NDR hatte ein Sprecher von Danish Crown noch vor einem Jahr gesagt, man habe in Teterow große Pläne. Vor zwei Jahren wurden 2,5 Millionen Euro in den Schlachthof investiert und 60 Mitarbeiter eingestellt. Teterow ist der einzige Großschlachthof Mecklenburg-Vorpommerns.

Über die Teterower Fleisch GmbH

Die Danish Crown Teterower Fleisch GmbH kann laut eigener Aussage auf mehr als 100-jährige Tradition gewerblicher Schlachtung verweisen. Als einer der größten Kompaktschlachthöfe Norddeutschlands mit integrierter Zerlegung verarbeitet die Firma pro Jahr 500.000 Schweine, 100.000 Rinder, 25.000 Lämmer sowie 8.000 t Produkte der Zerlegung. Dabei kommen sowohl konventionelle Technologien als auch Verfahren nach der Ökoverordnung zum Einsatz. Langjährige Erfahrung gibt es in der Zusammenarbeit mit türkischen und arabischen Kunden.

Neben Handwerksbetrieben in der Region und renommierten Fleischverarbeitern in Deutschland werden gegenwärtig Kunden in 18 Ländern Europas, Afrikas und Asiens beliefert. Unter anderem gibt es Lieferzulassungen für die Südafrika, Japan, Südkorea und Kanada. Eine leistungsstarke Hausspedition sorgt für einen pünktlichen und fachgerechten Transport ohne Unterbrechung der Kühlkette.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Und wieder gilt -

Money, Money... Wenn ich mir deren Kunden und die Schlachtungszahlen da so ansehe, dann werden die sich eher auf den arabischen Markt konzentrieren als auf den Deutschen und Europäischen. Die Araber zahlen wahrscheinlich besser, wollen aber halt kein Schwein, - bzw. dürfen... Nimmt man dann noch den Vion-Betrieb in Emstek bei Cloppenburg zum Vergleich, dann ist dieser Betrieb eh noch klein. Vion schlachtet in Emstek 70 - 80.000 Schweine die Woche!!! Was will da so ein "kleiner" Betrieb dagegen anstinken bei einem in Europa rückläufigem Absatz von Schweinen. Selbst wenn in Europa die Bevölkerungszahlen wieder ansteigen, was hilft es, wenn die Mehrzahl dieser Menschen aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch ist und auf der anderen Seite immer wieder aus "ernährungswissenschaftlichen Gründen", aber auch wegen Tierwohl dagegen gewettert wird. Ob diese Entwicklung sinnvoll ist oder nicht, daß wird sich mit der Zeit herausstellen. Auch wenn jetzt Backhaus diesen Schritt der Fleisch GmbH kritisiert, dieser wird auch der allgemeine Stimmungslage im Ernährungsbereich geschuldet sein, weshalb er sich, so denke ich, besonders bei seinen Parteikollegen und den Grünen bedanken darf.

von Gerhard Steffek

Und wieder gilt -

Money, Money... Wenn ich mir deren Kunden und die Schlachtungszahlen da so ansehe, dann werden die sich eher auf den arabischen Markt konzentrieren als auf den Deutschen und Europäischen. Die Araber zahlen wahrscheinlich besser, wollen aber halt kein Schwein, - bzw. dürfen... Nimmt man dann noch den Vion-Betrieb in Emstek bei Cloppenburg zum Vergleich, dann ist dieser Betrieb eh noch klein. Vion schlachtet in Emstek 70 - 80.000 Schweine die Woche!!! Was will da so ein "kleiner" Betrieb dagegen anstinken bei einem in Europa rückläufigem Absatz von Schweinen. Selbst wenn in Europa die Bevölkerungszahlen wieder ansteigen, was hilft es, wenn die Mehrzahl dieser Menschen aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch ist und auf der anderen Seite immer wieder aus "ernährungswissenschaftlichen Gründen", aber auch wegen Tierwohl dagegen gewettert wird. Ob diese Entwicklung sinnvoll ist oder nicht, daß wird sich mit der Zeit herausstellen. Auch wenn jetzt Backhaus diesen Schritt der Fleisch GmbH kritisiert, dieser wird auch der allgemeine Stimmungslage im Ernährungsbereich geschuldet sein, weshalb er sich, so denke ich, besonders bei seinen Parteikollegen und den Grünen bedanken darf.

von

Konzern ist alleine Schuld

Unter den alten Geschäftsführer (Drews) wurde Jahre lang Schweine geschlachtet, auch wenn die Situation nie gut war. Wenn man aber Verträge mit Abnehmern Kündigt oder Ankaufszahlen der Schweine nicht erreicht, kann man es natürlich auch auf den schlechten Markt abwälzen. Die Werbung auf der Internetseite mit "Regionalität" stimmt auch nicht. Denn kleine Fleischer in der Umgebung bekommen kein Fleisch mehr aus Teterow, da ihre Mengen zu klein sind die sie Abnehmen. Unter der alten Geschäftsleitung gab es da keine Probleme. Hier hat die neue Geschäftsführung auf ganzer Linie versagt!

von Paul Siewecke

und wieder hat ein BWL -ler...

eine mögliche Profitsteigerung ausgerechnet... Egal, was die sonstigen Konsequenzen sind!

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