TA-Luft: Wird die Abluftreinigung Pflicht?

Der Druck auf die Bundesregierung, die Klimaziele einzuhalten, wächst. Der Entwurf der TA Luft zielt deshalb darauf ab, die Ammoniakfreisetzung aus der Landwirtschaft zu reduzieren. Abluftreinigung wird zum Stand der Technik erklärt.

Die Ammoniakemissionen sollen in Deutschland erheblich reduziert werden, insbesondere in der Schweinehaltung. Denn der Druck auf die Bundesregierung, die Klimaziele einzuhalten, wächst. Und Ammoniak, das überwiegend aus der Landwirtschaft stammt, ist durch die europäische NERC-Richtlinie von einem erheblichen Reduktionszwang betroffen.

Die Senkung der Ammoniakemissionen soll unter anderem durch Abluftwäscher, technische Maßnahmen und die Abdeckung von Güllebehältern erreicht werden. Dabei wird ein Minderungsgrad von 90 % gefordert. Im Entwurf der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft), die noch in diesem Frühjahr in Kraft treten soll, wird die Abluftreinigung zum Stand der Technik erklärt.

Im Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben (www.wochenblatt.com) erklärte Peter Spandau von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, welche Auswirkungen die geplante Novelle der TA Luft auf Bestandsanlagen hat, die nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) genehmigt wurden:

  • Für große BImSchG-Anlagen soll die Abluftreinigung als Stand der Technik verpflichtend eingeführt werden. Dies betrifft Anlagen ab 2.000 Mast- bzw. 750 Sauenplätzen.
  • Aber auch für kleine BImSchG-Anlagen ab 1.500 Mast- bzw. 560 Sauenplätzen sollen technische Maßnahmen ergriffen werden, um die Ammoniakemissionen um mindestens 40 % zu senken. Das kann z.B. durch das Kühlen der Gülle, das Anschrägen der Wände im Güllekanal sowie Teilspaltenböden mit Kot/Harntrennung erfolgen.
  • Für große BImSchG-Anlagen steht im Entwurf der 21. Februar 2021 als konkreter Stichtag im Kalender. Kleinen Anlagen bleiben fünf Jahre Zeit.

Mit Blick aus den Verfahrensgang schätzt Spandau, dass die Nachrüstung nicht reibungslos verlaufen werde. Denn eine Nachrüstung sei nur erforderlich, wenn die zuständige Behörde dies anordne und der Aufwand nicht unverhältnismäßig zu dem Erfolg stehe, den die Anordnung anstrebe. Für die Betriebe verursache dies hohe Kosten, die die Wirtschaftlichkeit einer Stallanlage infrage stellen könnten.

Die Abluftreinigung sieht Spandau nur als „Tropfen auf dem heißen Stein“ wenn es darum geht, die Ammoniakemissionen in Deutschland bis 2030 um 34 % zu reduzieren. Denn von den Auflagen zur Nachrüstung seien nur Anlagen betroffen, die bereits nach BImSchG genehmigt wurden. Um die Ammoniakemissionen effektiv zu mindern, bleibe als Lösung vermutlich nur die Reduzierung der Viehbestände, so Spandau.

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Artikel geschrieben von

Caroline Jücker

Volontärin Schweinehaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Guido Müller

Artenvielfalt und Landwirtschaft, Klimaziele

Mit allen Maßnahmen im gesamten Umweltschutz mit allen Hygiene- und Schutzvorschriften wird den Insekten die Lebensgrundlage genommen. Diese Insekten sind wieder Nahrungsquelle für die größeren Lebewesen. Wo keine Fliegen sind, siedeln sich im Sommer auch keine Schwalben an. Selbst die Stechmücken in Naturschutzgebieten werden selbst von Naturschützern bekämpft. In der "guten alten Zeit" wurden härteste Insektizide in den Kulturarten eingesetzt, -von Artensterben keine Spur. Jeder Grashalm wurde auch in Sonderkulturen beseitigt. Trotzdem waren jede Menge Insekten, Kleintiere und am Boden lebende Vögel vorhanden. Die "gute alte Zeit" - in allen Dörfern hatte fast jedes Haus mindestens ein Schwein, unbeachtet von Großvieh wie Kühe und Pferde. Dies hatte zur Folge, dass auch der Misthaufen evtl. mit Hühnern vorhanden war. ein El-Dorado für die Insektenvermehrung. Die Essensreste wurden verwertet!!! und über den Umweg Schwein/Huhn wieder zu Lebensmittel. Dies kann unendlich weiter ausgesponnen werden. Was hat sich bis heute geändert - nicht nur viel sondern sehr sehr viel. Hier im Dorf gibt es nur noch Hunde und Katzen. Das letzte Schwein im Dorf wurde 2018 geschlachtet. Einige Rentner haben noch ein paar Hühner außerhalb des Dorfes und das war es. Sauberkeit, keine lästigen Insekten, keine unangenehmen Gerüche durch Misthaufen und Vieh. Keiner rümpft die Nase und beschwert sich. Auch die Landwirtschaft hat sich gewandelt. Statt jeder Menge hochgiftiger Mittel wie in der "guten alten Zeit" wurden die Mittel sehr stark reduziert, sind an die Erfordernisse angepasst und werden durch die heutige Technik und die besser ausgebildeten Landwirte verantwortungsbewussst eingesetzt. Nur - große Maschinen in wenigen Betrieben fallen dem Beobachter, Spaziergänger, Umweltschützer auf. Tragegeräte auf dem Rücken gibt es mittlerweile für den Garten!! Klimaerwärmung: Vorab: Es ist erfrischend, im Sommer über eine Wiese zu laufen. Täglich werden Flächen zubetoniert für Straßen, Autobahnen und Wohnungen. !"Deutschland darf weiter zubetoniert werden Veröffentlicht am 17.07.2018 Die Fläche, die täglich in Deutschland zubetoniert wird, ist 146 Fußballfelder groß – mit massiven Auswirkungen für Mensch und Natur. Ein Volksbegehren dagegen wurde nun für unzulässig erklärt." Nicht nur, dass die Flächen nicht mehr dem Lebensraum der Tierwelt zur Verfügung stehen, Alle Flächen ohne Bewuchs tragen zur Klimaerwärmung bei. Begründung: Diese Flächen Staßen wie auch Dächer heizen sich bei Sonnenbestrahlung auf. Diese gespeicherte Energie wie etwa heißer Asphalt, wird nach Sonnenuntergang an die Umgebung abgegeben, mit dem Ergebnis, dass sich die Umgebungsluft nicht abkühlt. Sollte es wirklich jemand nicht glauben, soll er doch im Sommer einmal barfuss auf der Straße stehen bleiben. Ich denke, Deutschland geht es so gut, dass wir uns Probleme einreden lassen müssen. Politiker haben dann zumindest eine Aufgabe, bzw. etwas zu tun. Es wird als überlebensnotwendig für die nachfolgende Generation hingestellt. Zum Schluss: Hoffentlich haben wir bald wieder einen Winter wie in der "guten alten Zeit". Heizölpreise nicht mehr bezahlbar und alle fordern einen Klimawandel.

von Christoph Schlemmer

Dem Beamtenwahnsinn

freien Lauf. Da wird die Landwirtschaft wieder verprügelt und unsere Verbandsvertreter schauen zu. Über die Belastungen durch die Industrie spricht keiner , wieder einmal Geld regiert.

von Gregor Grosse-Kock

Umweltschutz

Rauskaufaktion vom Staat wäre gut. Dann würde unsere Kostenrechnung wieder Stimmen.

von Wilhelm Kruschwitz

Planlandwirtschaft oder was ?

Die ganze Welt ist ein Narrenhaus. In Deutschland ist die Zentrale. Die Komentare von oben sind voll zu unterstützen. Mich wundert dieses Vorgehennicht, ist bei einer Veranstaltung in Berlin von Milchwirtschaft und Bundesumweltministerium od. Bundeslandwirtschaftsministerium, der Satz gefallen, als es um das Tierwohllabl ging: Wir wollen in Deutschland keine Tierhaltung mehr. D. h: Wir wählen zwar Politiker, diktiert wird von hochbezahlten Beamten.

von Peter Schmid

Immer nur reinhauen auf die Landwirte

Macht nur so weiter ,dann wird es in Deutschland bald keine Landwirte mehr geben,aber ist ja egal ,kann man ja alles vom AUsland kaufen,da ist ja dann alles egal wie dort produziert wird,wielange lassen wir Landwirte uns das noch gefallen.

von Hermann Kamm

Kann man nur noch den Kopf schütteln!!!!

Es werden die kosten der Nahrungsmittelproduktion künstlich von der Politik hochgeschraubt. Bei den Diesel Fahrzeugen mit AD BLUE frägt keine Sau danach wieviel Ammonium in die Luft katapultiert wird!!!!!!!!!!!! Es gleiche gilt für sofortige Einarbeitung bei Gülle. Sind wir Landwirte nur noch die deppen der Nation??????????????

von Paul Siewecke

und die Freilandhalter?

bekommen da dann alle Tiere einen Filter an den A... geklebt???

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