Nach Schlachtskandalen

Thüringen prüft Aufbau regionaler Schlachthöfe

Thüringen lässt prüfen, wie man im Land wieder mehr dezentrale Schlachtstrukturen aufbauen kann, was das kostet und ob es sich rechnet.

Mit einer Machbarkeitsstudie möchte der Staatssekretär im Thüringer Landwirtschaftsministerium, Torsten Weil, die Möglichkeit zur Etablierung von regionalen Schlachtstätten im Freistaat prüfen lassen.

In einem Brief an mehrere Agrarverbände warb Weil für eine Studie zu dezentralen Schlachtstrukturen und stellte dafür eine finanzielle Unterstützung des Agrarressorts in Aussicht. Die vorgeschlagene Expertise könne Hilfe bei der Unternehmensbeschreibung, Standortfindung bis hin zu Förder- und Bauunterlagen leisten.

„Wir wollen die regionale und somit direkte Vermarktung von Lebensmitteln stärken. Dabei zählen für die Verbraucher vor allem maximale Transparenz und nachvollziehbare Produktionsketten. Diese kann man hervorragend mit regionalen Schlachtstätten im Freistaat gewährleisten“, erklärte Weil. Zugleich verwies er auf das breite Interesse bei Erzeugern und Verbrauchern im Bereich des Tierschutzes. Kurze Transportwege und weniger Stress für die Tiere seien dabei wichtige Faktoren.

Vorbild Metzgerschlachthof in Fürth

Als gutes Beispiel führt der Bund Naturschutz in Bayern (BN) den Metzgerschlachthof in Fürth an. Hier sind 105 Gesellschafter, Metzger, Landwirte und Viehhändler beteiligt. „Wenn dieses Modell in Bayern Schule machen soll, dann muss Bayern ein Sonderförderprogramm für bestehende und künftig anzusiedelnde kleine Schlachthofstrukturen und das Metzgerhandwerk auflegen“, so der BN-Landesvorsitzende Richard Mergner.

Er moniert aber, dass die Verbraucher mit dem Begriff „Regionalität“ häufig in die Irre geführt würden, zum Beispiel wenn ausschließlich der Verarbeitungsort reiche, um ein Produkt als „hergestellt in Bayern“ kennzeichnen zu dürfen. „Diese Praktiken gilt es zu beenden; eine Kennzeichnung der Herkunft und der Haltungsform ist entscheidend, um Transparenz zu schaffen“, betonte der BN-Vorsitzende.

Staatlicher Fonds für handwerkliche Betriebe?

Der Geschäftsführer des Fürther Metzgerschlachthofes, Konrad Ammon, schlug die Einrichtung eines staatlichen Fonds für handwerkliche Betriebe vor, die weniger als 1.000 Schweine pro Woche schlachten. Damit könnten die hohen Gebühren bei der Fleischbeschau für kleine Betriebe gesenkt werden.


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Diskussionen zum Artikel

von Andreas Demann

Schlachthöfe

Erst macht die Politik die kleinen Schlachthöfe/Metzgereien kaputt. Und danach werden Sie mit Steuergeldern wieder aufgebaut. Liegt das am Wetter oder hat da jemand so richtig einen an der Waffel? P. S bei den zu erwartenden Strukturwandel werden die aktuellen Schlachthöfe in ferner ... mehr anzeigen

von Michael Prantl

Schlachthöfe

Vor ca. 25 Jahren wurden die Schlachthöfe mit viel Steuergeldern neu und modern gebaut - dann geschlossen - jetzt sollen wieder neue gebaut werden - gehts noch?

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Ob es sich rechnet?

Mit den derzeitigen Vorschriften rechnet es sich natürlich nicht. Wenn man nicht bereit ist Kompromisse ein zu gehen, ist das eine Totgeburt.

von Gerhard Steffek

@Thomas u. Helmut Gahse

Sie stellen die richtige Frage! Denn warum haben sich denn die großen Schlachthöfe etabliert. Nur weil sich diese noch rechnen. Alles andere ist Augenwischerei. Sollte es aber dann doch so kommen, dann werden wieder die Bauern ausgepreßt, da diesen nichts mehr bezahlt wird. Dann haben ... mehr anzeigen

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