Afrikanische Schweinepest

Thüringen setzt Jagdprämie zur ASP-Prävention auch 2021 fort

Auch in diesem Jahr zahlt Thüringen eine Prämie für die Schwarzwildjagd in Höhe von 25 € pro Tier. Ungarn meldet indes den Abschluss eines Regionalisierungsabkommen mit Japan für den Fleischexport.

Der Freistaat Thüringen wird auch in diesem Jahr eine Prämie für die Jagd auf Schwarzwild zahlen. Damit soll nach Angaben des Erfurter Landwirtschaftsministeriums die Reduzierung des Wildschweinbestandes gefördert und so das Risiko der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) verringert werden. Insgesamt stehen dafür laut dem Thüringer Agrarressort rund eine Mio. € bereit. Vorrangiges Ziel sei es, brandenburgische Verhältnisse zu vermeiden. „Wir wollen eine Einschleppung der Seuche aus Brandenburg und Sachsen unbedingt verzögern und am besten verhindern“, erklärte Landwirtschaftsminister Prof. Benjamin-Immanuel Hoff. Mit den im Rahmen der Förderrichtlinie zur Verfügung stehenden Mitteln wollen die Landesregierung die heimischen Jäger bei ihrem Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest unterstützen. Die „Förderrichtlinie zur Unterstützung der Jagdausübungsberechtigten und Jagdhundeführer bei der Durchführung vorbeugender Jagdmaßnahmen gegen den Eintrag der ASP nach Thüringen“ sieht eine Aufwandspauschale in Höhe von 25 € pro Tier vor. Diese soll Jägern und Jagdhundeführern sowohl für die Erlegung von Schwarzwild als auch für Treib- oder Drückjagden mit Hunden gewährt werden.

Jagdzeit auf Schalenwild in Restriktionszonen verlängert

In den bisher von der ASP betroffenen brandenburgischen Kreisen Oder-Spree, Märkisch-Oderland und Spree-Neiße nahe der Grenze zu Polen reißen die nachgewiesenen ASP-Infektionen im Schwarzwildbestand indes nicht ab. Insgesamt beläuft sich die Zahl auf 521 ASP-Funde (20.1.2021) bei Wildschweinen. Nach Angaben des Brandenburger Landwirtschaftsministeriums wird die Jagdzeit auf Schalenwild in den von Restriktionszonen betroffenen Landkreisen und kreisfreien Städten bis zum 31. Januar verlängert. In vielen Jagdbezirken in den östlichen und südöstlichen Kreisen habe es wegen der ASP ein generelles Jagdverbot bzw. ein Verbot für Drückjagden gegeben. Deshalb hätten dort die Jäger oft ihre Abschusspläne nicht erfüllen können. Der natürliche Waldumbau könne jedoch nur gelingen, wenn die neue Waldgeneration nicht durch überhöhte Populationen an pflanzenfressenden Wildtieren am Aufwuchs gehindert werde, erklärte das Ministerium.

LBV fordert Unterstützung für Jäger

Der Landesbauernverband (LBV) Brandenburg hatte Anfang vergangener Woche eine stärkere Wildschweinbejagung als Präventionsmaßnahme gegen die Tierseuche gefordert. Der jüngste Verdachtsfall in Potsdam habe noch einmal vor Augen geführt, dass eine geografisch sprunghafte Verbreitung des Virus durch den Menschen möglich und in anderen Ländern auch schon vorgekommen sei. Dafür müsse präventiv der Wildschweinebestand stark verringert werden. Die aktuellen Rahmenbedingungen für die Jäger seien für eine deutliche Dezimierung des Schwarzwildes aber bei weitem nicht ausreichend. „Die Jäger benötigen Unterstützung über die Zahlung von Abschussprämien hinaus. Ein wesentlicher limitierender Faktor bei der Schwarzwildbejagung ist die Zeit“, erläuterte LBV-Präsident Henrik Wendorff. Die Jagd sei ein Ehrenamt, und für berufstätige Jäger seien die Möglichkeiten oft begrenzt. Für dieses Problem gelte es gemeinsam nach tragfähigen Antworten zu suchen

Ungarn: Drittlandsexporte trotz ASP

Die stetige Fortsetzung der ASP-Funde in Deutschland verlängern auch die Frist, wann die Bundesrepublik wieder den Status ASP-frei erhalten und Schweinefleisch in wichtige Drittländer liefern kann. Die Bundesregierung bemüht sich derzeit um ein Regionalisierungsabkommen mit China, bislang jedoch ohne Erfolg. Anders sieht das in Ungarn aus. Wie das Landwirtschaftsministerium in Budapest kürzlich mitteilte, ist es Ungarn als erstem Land der Welt mit ASP gelungen, mit Japan solch eine Regionalisierung zu vereinbaren. Die zweijährigen Verhandlungen seien Mitte Dezember erfolgreich abgeschlossen worden. Die Ausfuhren aus ungarischen Gebieten ohne ASP könnten nach Genehmigung des veterinärmedizinischen Ausfuhrzertifikats wieder aufgenommen werden. Laut Daten des europäischen Tierseuchenmeldesystems (ADNS) gab es im vergangenen Jahr in Ungarn keine ASP-Fälle bei Hausschweinen, aber 4.000 bei Wildschweinen; das waren nach Polen die meisten in der EU.


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