Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung

Thüringer Grüne wollen schnelles Aus für den Kastenstand

Die Grünen aus Thüringen empfehlen der Landesregierung, im Bundesrat für ein Verbot des Kastenstandes für Sauen zu stimmen.

Für die Grünen-Fraktion im Thüringer Landtag ist die Haltung von Sauen in Kastenständen nach wie vor eine verfassungswidrige Haltungsform, die den Anforderungen an Tierschutz und artgerechte Tierhaltung in keiner Weise entspricht. Das haben die Politiker am Mittwoch auch noch einmal per Beschluss festgeschrieben.

Entsprechend falsch werten sie den Entwurf für die Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Sie fordern die Thüringer Landesregierung auf, in der Schlussabstimmung im Bundesrat dem Papier nicht zuzustimmen, sofern hier nicht ein Ausstieg aus der Kastenhaltung für Sauen geregelt wird. Eine längere Übergangszeit als acht Jahren sei abzulehnen, heißt es.

Auch während der maximal achtjährigen Übergangszeit müssten die Tiere ungehindert aufstehen und sich ausstrecken können, ohne dass sie mit dem Kopf und in Seitenlage mit den Gliedmaßen an ein bauliches Hindernis oder an andere Tiere stoßen, fordern die Grünen. Ebenso widerspreche die Kastenstandhaltung von Zuchtläufern (d.h. Jungsauen vor der ersten Besamung) dem Tierschutz und sei deshalb abzulehnen.

Nicht vereinbar mit den Überzeugungen der Grünen sei außerdem eine Ausnahmeregelung für Betriebe mit bis zu zehn Sauen, eben weil auch das dem Tierschutz widerspreche.

Für die Gruppenhaltung verlangen die Abgeordneten höhere Tierschutzstandards. Und die Fixierung von Sauen in Ferkelschutzkörben dürfe fünf Tage rund um die Geburt nicht überschreiten, heißt es in dem Beschluss.

Tierschutz muss angemessen und dauerhaft finanziert werden

Die Fraktion fordert darüber hinaus die Landesregierung auf, all jene landwirtschaftlichen Betriebe, die bereits jetzt eine Sauenhaltung ohne Kastenstände praktizieren bzw. auf diese Haltungsform umstellen wollen, wie folgt zu unterstützen:

  1. Mit einem Investitionsförderprogramm beim Stallumbau, das deutlich höhere Fördersätze ermöglicht als die aktuelle Premiumförderung im Thüringer Agrarinvestitionsförderungsprogramm (sofern nur so realisierbar, muss ein solches Förderprogramm außerhalb der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) konzipiert werden).
  2. Mit einer jährlichen Tierwohlprämie, die für Betriebe ohne Kastenhaltung die mit dieser tiergerechteren Haltungsform verbundenen erhöhten laufenden Kosten und geringeren Erlöse ausgleicht. Eine solche Tierwohlprämie in der Sauenhaltung ist gestaffelt auszugestalten, sodass Betriebe die auch im Abferkelbereich vollständig auf eine Fixierung der Sau verzichten einen höheren Ausgleich erhalten.
  3. Für die Ausreichung von Tierwohlprämien ist durch Beschluss des Thüringer Landtags im Haushalt 2020 die Summe von 1,2 Mio. Euro eingestellt worden. Bislang ist nicht bekannt, dass das für Landwirtschaft zuständige Ministerium Vorkehrungen getroffen hat, um diese Mittel an die Betriebe mit entsprechenden Tierhaltungsverfahren auszureichen.

Um die erforderliche Transformation der Tierhaltung in Deutschland sowohl hinsichtlich der Investitionserfordernisse als auch hinsichtlich der notwendigen Tierwohlprämien finanzieren zu können, spricht sich die Fraktion der Grünen im Thüringer Landtag für die Umsetzung der vom Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung („Borchert-Kommission“) im Februar 2020 ausgesprochenen Empfehlungen zu Einführung einer mengenbezogenen Abgabe auf tierische Produkte (Verbrauchssteuer als „Tierschutz-Cent“) aus.

Die Redaktion empfiehlt

top agrar-Redakteur Marcus Arden ärgert sich über die Blockadehaltung der Grünen. Sie lehnen bislang alle Kompromissvorschläge zum Kastenstand ab.

Die Sauenhalter brauchen endlich Rechts- und Planungssicherheit, fordern mehrere Landesbauernverbände.

Ein mühsam ausgehandelter Kompromiss wurde im Bundesrat erneut von grünen Landesministern untergraben und kam nicht zur Abstimmung, bedauert der Bauernverband und kritisiert Ministerin Dalbert.


Diskussionen zum Artikel

von Rudolf Rößle

Garantiert

die Regierung auch einen Umnutzungsplan des Hofgeländes ohne Beanstandung. Das gehört mit in das Paket eingearbeitet , dass Gemeinde und Anwohner einer größeren Hofstelle auch zustimmen müssen oder gar kein Einspruchsrecht haben.

von Christian Bothe

Grüne???

Das sich unsere Thüringer Grünen jetzt noch populistisch mit der Schweinehaltung beschäftigen, ist wirklich „wichtig und interessant“.Sollten sich lieber mit dem Wolfsmanagement beschäftigen und sich aus der praktischen LW heraushalten!

von Michael Prantl

Sauenhaltung

Nur so weiter mit den Grünen - die Sauenhaltung und Ferkelproduktion in Deutschland ist doch nur noch mehr eine Frage der Zeit wann Schluß ist mit Sauenhaltung in Deutschland - die da reden und bestimmen haben doch keine Ahnung von der Sache - wenn ich keine Ahnung von was habe halte ... mehr anzeigen

von Ludwig Rasche

Aus

Ich will ein schnelles Aus für die Grünen

von Gerhard Seeger

"Thüringer Grüne wollen schnelles Aus für den Kastenstand"

"Thüringer Grüne (und alle anderen Grünen auch) wollen schnelles Aus für die Sauenhaltung", so wird ein Schuh draus ...

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