Thüringer Schweinegipfel: Dauerhaft höhere Erlöse nötig

Beim ersten Thüringer Schweinegipfel wurde deutlich, dass die Erzeuger dauerhaft ein höheres Preisniveau benötigen, um die Produktionskostensteigerung abfangen zu können.

Schweinehalter brauchen Rechts- und Planungssicherheit. Es müssen Lösungen gefunden werden, wie man in künftigen Haltungssystemen das Tierwohl und den Umweltschutz unter ein Dach bekommt. Höhere Tierwohl- und Umweltstandards erfordern steigende Erzeugerpreise. Die Botschaften, die vom ersten Thüringer Schweinegipfel ausgesandt wurden, waren eindeutig. Eingeladen hatten der Thüringer Bauernverband und die Interessengemeinschaft der Thüringer Schweinehalter. Über 200 Zuhörer, darunter zahlreiche Landwirte und Behördenvertreter sowie Vertreter aus Politik und Tierschutz, kamen nach Waltershausen.

40 % höhere Erlöse nötig

Dr. Simone Müller von der Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft betonte, dass ein größeres Platzangebot, der Einbau von Bewegungsbuchten, die Gruppenhaltung im Deckzentrum, eine längere Säugezeit sowie die Nachrüstung von Abluftfiltern und die Erhöhung der Güllelagerkapazität die Produktionskosten pro Schwein um 50 bis 55 € in die Höhe treiben. „Um diese satten Mehrkosten zu kompensieren, brauchen die Erzeuger rund 40 % höhere Erlöse. Wenn wir diese nicht bekommen, wandert die Produktion ins Ausland ab“, warnte Müller in ihrem Vortrag. Klar wurde dabei auch, dass das derzeitige Preisniveau keine Eintagsfliege bleiben darf. Denn wenn schärfere Vorschriften umgesetzt werden müssen, bedeutet das dauerhaft steigende Kosten.

Die Expertin machte zudem deutlich, dass die Thüringer Schweinehalter auch die Auswirkungen der Produktion auf die Umwelt stets im Blick haben. So produzieren über 90 % der Thüringer Schweinehalter einstreulos. Das hat große Vorteile im Hinblick auf die Ammoniakemissionen. Diese liegen rund ein Drittel geringer als bei Haltung auf Einstreu. Darüber hinaus wird Gülle in Thüringen in großem Umfang in Biogasanlagen vergärt, sodass fossile Brennstoffe eingespart werden können. 92 % der Betriebe bringen ihre Gülle bodennah aus und arbeiten diese unmittelbar danach ein. „Durch die effiziente Nutzung der Gülle sparen wir in großen Mengen mineralischen Dünger ein und erzielen eine bessere Humuswirkung“, machte Simone Müller deutlich.

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Artikel geschrieben von

Marcus Arden

Redakteur Schweinehaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Norbert Post

schon seltsam

Es ist schon seltsam, dass sich hier kein Schweinebauer positiv äußert. Da sieht man das ganze Dilemma! Das einzige was mich hier zum Würgen bringt, ist, dass es genau bei diesen Organisationen vor Jahren nur um Leistung ging, und auf einmal eine neue Daseinsberechtigung gesucht wird.

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