Videomaterial

Tierschützer dokumentieren nicht sachgerechte Nottötungen

Jedes fünfte in Deutschland geborene Schwein stirbt schon vor der Schlachtreife, prangern Tierschützer an. Neue Videos zeigen nicht fachgerechte Nottötungen in der Krankenbucht.

Tierschützer hatten in einem Schweinemastbetrieb in Vielank (Mecklenburg-Vorpommern) eine Kamera versteckt. Auf den Videos zu sehen sei, wie ein Mann ein erkranktes Schwein mit einem Holzknüppel versucht zu erschlagen, berichten verschiedene Medien. Nach einer halben Stunde lebte es immer noch.

Das Video liegt Spiegel Online und Report Mainz vor. Die Tierrechtsorganisation Ariwa soll sie ursprünglich zugespielt bekommen haben. Die Medien berichten dazu, dass offenbar jedes fünfte in Deutschland gemästete Schwein nicht das Schlachtalter erreicht, weil es erkrankt oder verletzt ist. Die Rede ist von mehr als 13,5 Mio. Falltieren, die vorzeitig "notgetötet" würden. Diese Nottötungen von kranken oder verletzten Schweinen gebe es generell in der Intensivtierhaltung, so der Vorwurf.

Diana Plange, die Tierschutzbeauftragte des Landes Berlin, erklärt gegenüber den Journalisten, dass solche Zustände nicht selten seien und Kontrollen nur einen kleinen Teil aufdeckten. Die aktuellen Videos aus den Krankenbuchten belegen Plange zufolge, dass die Betriebe massiv gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.

Laut Tierschutz-Schlacht-Verordnung (TierSchlV) muss höchstens 20 Sekunden nach dem fachgerechten Betäuben per Bolzenschussgerät der sogenannte Entblutungsschnitt folgen, der die Schweine erst wirklich tötet.

Das sagt das Unternehmen

Das betroffene Unternehmen teilte laut Spiegel inzwischen mit, dass das Vorgehen des Mitarbeiters aus dem Video nicht den Sorgfaltskriterien und Vorgaben des Unternehmens entspreche. Man habe den Mann identifiziert und ihm gekündigt, der Betriebsleiter sei abgemahnt worden.

Und die Anwaltskanzlei des Agrarkonzerns teilte dem Magazin mit: „Alle Mitarbeiter haben eine landwirtschaftliche Ausbildung im Bereich Tierproduktion, sind geschult, werden überwacht und halten sich an die gesetzlichen Vorschriften. Die regelmäßigen Kontrollen durch Veterinäramt und die zuständigen staatlichen Behörden haben bei den Haltungsbedingungen keine Verstöße gegen tierschutzrechtliche Vorschriften ergeben. Die Nottötungen sind auf Grund der guten Haltungsbedingungen selten und werden tierschutz- und fachgerecht durchgeführt. Die per Video dokumentierte nicht fachgerechte Tötung ist nicht erwünscht und auch nicht geduldet."


Diskussionen zum Artikel

von Christoph Schulte Tüns

Tierverluste

Im konventionellen Bereich sind die Tierverluste prozentual gesehen geringer wie in der Bioschweinehaltung! Hat Awira vieleicht nur vergessen dieses zu erwähnen?

von Heinrich Albo

Sie schreiben natürlich nicht

das fast dreiviertel dieser Tiere schon in der Abferkelbucht von der Sau erdrückt werden! Was durch neue Haltungsvorschriften zukünftig noch schlimmer wird ...

von Martina Junker

.?.

Kranke, notgetötete Schweine gibt es sicherlich auch auf Betrieben ohne intensiv, sprich Öko , oder kleine Hobbyhaltungen!

von Gerhard Steffek

Nottötungen -

auch eine Folge der Antibiotikareduzierungsstrategie. Nicht das ich ungehemmten Antibiotikaeinsatz gutheiße, aber das war absehbar, daß dadurch so manche Sau schneller über die Klinge springt. Abgesehen davon, die Behauptung, diese Nottötungen seien in der Intensivtierhaltung ... mehr anzeigen

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