Praxistest „TA Luft“

Tierwohl contra Umweltschutz: Knackpunkte analysiert

Experten haben die genehmigungsrechtlichen Schwierigkeiten beim Bau von Tierwohlställen analysiert und diskutiert. top agrar sprach mit Martin Kamp, Sachgebietsleiter Immissionsschutz von der LWK NRW.

Herr Kamp, zusammen mit rund 100 Teilnehmern - u.a. von Immissionsschutzbehörden und Verbänden aus Landwirtschaft, Natur- und Tierschutz - haben Sie einen Praxistest zum Thema „Tierwohl contra Umweltschutz“ durchgeführt. Was steckt dahinter?

Kamp: Im Rahmen des Praxistests haben wir konkrete Praxisfälle aus dem Bereich der Stallbaugenehmigung durchgespielt. Dadurch konnten wir den Behördenvertretern und Politikern verdeutlichen, welche Schwierigkeiten wir angesichts bestehender Umweltschutzvorgaben derzeit bei der Genehmigung von Tierwohlställen haben. Um die Probleme möglichst klar benennen zu können, haben wir die aktuell gültige TA Luft im Praxistest anhand mehrerer Fallbeispiele angewendet. Dabei wurden im Gespräch Fragen und Probleme dokumentiert.

Auch das Baurecht und die Frage der Privilegierung sind für die Genehmigung von Tierwohlställen wichtig. Spielten diese Aspekte im Praxistest auch eine Rolle?

Kamp: Nein, denn aus Sicht der Politik sind diese Fragen zwar nicht gelöst, aber praktisch geklärt, sodass diese Thematik im Praxistest ausgeklammert wurde.

Was waren die Ziele des Praxistests?

Kamp: Ein Ziel war, ein Genehmigungsverfahren für eine Tierhaltungsanlage bezüglich der Anforderungen der TA Luft praktisch durchzuspielen. Dafür haben wir eine bestehende Tierhaltungsanlage bzw. einen bestehenden Stall ausgewählt und die Schwierigkeiten bzw. Hürden identifiziert, die bei der Umsetzung von mehr Tierwohl auftreten können. Teilnehmer, die für ein Problem bereits eine Idee zur Lösung...


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