Tönnies’ Betrieb in Russland nimmt Fahrt auf

Das größte deutsche Schlachtunternehmen Tönnies exportiert sein Know-how nun auch nach Russland. Mit einer integrierten Produktion soll die Selbstversorgung des Landes unterstützt werden. Das riesige Investitionsprojekt im südrussischen Belgorod, im fruchtbaren "Schwarzerde-Gebiet", nimmt nun richtig Fahrt auf.

Das größte deutsche Schlachtunternehmen Tönnies exportiert sein Know-how nun auch nach Russland. Mit einer integrierten Produktion soll die Selbstversorgung des Landes unterstützt werden. Das riesige Investitionsprojekt im südrussischen Belgorod, im fruchtbaren "Schwarzerde-Gebiet", nimmt nun richtig Fahrt auf. Gerade ist die 14. Mastanlage von 30 geplanten Betrieben im Bau. "Dann produzieren und verarbeiten wir 1,3 bis 1,5 Mio. Schweine selbst", berichtete Clemens Tönnies im Gespräch mit der Lebensmittelzeitung. Er hofft, den landwirtschaftlichen Betrieb mit insgesamt 120.000 ha Fläche in zwei Jahren stehen zu haben. Der Schlachtbetrieb wird momentan ebenfalls errichtet.

Wenn alles fertig ist, werden dort insgesamt 800 bis 900 Mio. € investiert worden sein, doppelt so viel wie ursprünglich geplant. Finanzpartner ist die russische Sberbank, unternehmerischer Partner die russische Agroimport. Bei dem Vorhaben will Tönnies zudem westeuropäische Landwirte einbinden und beteiligen. "Wir haben das Modell, die Landwirte beteiligen sich. Wir exportieren sozusagen unsere Betriebsabläufe", beschreibt Tönnies das Projekt.

Clemens Tönnies hatte Wladimir Putin Unterstützung versprochen. Der russische Präsident will innenpolitisch punkten und die Selbstversorgung mit Fleisch verbessern. Denn noch stützt sich der moderne Lebensmittelhandel im Land sehr stark auf den Import, aber das Potenzial ist riesig. Der Verzehr von Schweinefleisch liegt mit aktuell 18 kg pro Kopf immer noch ein Drittel unter dem Stand von 1996, vor der sogenannten Russland-Krise.

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