Nutztierhaltung

Tönnies-Schlachthof weiter geschlossen: Tierschutzprobleme drohen Plus

Der Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück bleibt dicht. Die Tiere stauen sich weiter in den Ställen, Tierschutzprobleme drohen. Was kommt jetzt auf die Schweinehalter zu?

Im Normalbetrieb werden bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück 12-14 % der deutschen Schweine geschlachtet. Wöchentlich stauen sich bis zu 100.000 Schweine auf, die zusätzlich in den Ställen auf die Schlachtung warten, schätzt der ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack. Auch nach den Rechnungen von Dr. Frank Greshake der Landwirtschaftskammer NRW (LWK NRW) bleiben aktuell 70.000 Schweine die Wochen liegen, die auch durch andere Schlachthöfe nicht aufgefangen werden können. „Im Sommer hinein haben wir immer niedrigere Zunahmen und insgesamt ein Angebotsrückgang. Das kommt uns jetzt entgegen“, so Greshake. Man könne den Ausfall des Tönnies-Werkes in Rheda-Wiedenbrück verkraften, wenn die anderen voll schlachten könnten – das sei durch die Coronabedingungen, fehlende Arbeitskräfte und Co. jedoch nicht möglich. Die Tiere im Ausland schlachten zu lassen sei keine Option. Sie könnten sie auch nicht aufnehmen. „In Italien ist der Markt beispielsweise total kaputt. Dort schlachte man derzeit Schweine mit 200 kg Lebendgewicht“, so der...


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Diskussionen zum Artikel

von Andreas Gerner

Genau wie ich es am Montag geschrieben hab.

Da war die Schlagzeile "Aktuell keine Gefahr, dass sich Schweine stauen". Wenn die Politik mit Phrasen wie "aktuell keine Gefahr" um die Ecke kommt, ist der Kollaps oft nicht mehr weit. Auch dass es keinen Druck auf die Preise gäbe, ist Schnee von gestern.

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