Corona-Pandemie

Tönnies-Schließung nicht für Schweinepreis-Senkung missbrauchen

Der Deutsche Bauernverband appelliert an die Schlachtunternehmen, den aktuellen Rückstau bei Schlachtschweinen nicht zum Senken der Schweinepeise zu missbrauchen.

Die Schließung des Tönnies-Schlachthofes in Rheda-Wiedenbrück bringt auch die Schweinemäster enorm unter Druck. Schließlich werden hier pro Woche rund 140.000 Schweine geschlachtet. Jedes siebte Schwein in Deutschland läuft damit über die Schlachtbänder am Stammsitz des Unternehmens. Deshalb gibt es jetzt einen deutlichen Rückstau bei den Schlachttieren.

Fair bleiben!

Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, hat letzte Woche an die Fairness der Schlachtunternehmen appelliert. Sie sollten den coronabedingten Anlieferungsstopp bei Tönnies nicht für eine Senkung der Schlachtschweinepreise missbrauchen. Der Rückstau sei für die Schweinemäster nicht nur ein wirtschaftliches Problem, da eigentlich schlachtreife Tiere jetzt weiter gefüttert werden müssten. Es drohten vielmehr auch Tierschutzprobleme, wenn der Tönnies-Standort Rheda-Wiedenbrück als Schlachtstätte möglichweise mehrere Wochen ausfällt.

Die Verantwortlichen bei Tönnies rief Krüsken dazu auf, alles zu tun, damit die Arbeit am Schlachtbetrieb in Rheda möglichst rasch wieder aufgenommen werden könne.

Keine Infektionsgefahr durch Fleisch

Zugleich stellte der DBV-Generalsekretär klar, dass die Produktsicherheit durch die bei Schlachthofmitarbeitern in Rheda nachgewiesenen Virusinfektionen zu keiner Zeit gefährdet gewesen sei: „Von Fleisch geht kein Corona-Risiko aus.“ Die im Vergleich zum Vorjahr höheren Schweinefleischpreise seien ebenfalls nicht pandemiebedingt, sondern dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in China geschuldet, der einen Importsog am weltgrößtem Einzelmarkt für Schweinefleisch ausgelöst habe.

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Inzwischen sind 1.300 Arbeiter von Tönnies mit Corona infiziert. Ein Lockdown für den Kreis gibt es vorerst nicht, die gesamte Schlachtbranche muss sich aber auf schärfere Gesetze einstellen.

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DBV-Generalsekretär Krüsken sieht die Entwicklungen in der Schlachtbranche mit Sorge und mahnt an, dass Verbesserungen von Tierwohl und Arbeit auch dort - als Glied in der Kette - greifen müssen.

Jetzt 730 Corona-Infizierte

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Diskussionen zum Artikel

von Rainer Hoffmann

Herr Freese ,Wer spaltet ?

Neulich erst Herr Krüsgen im Video das der Verband wichtigeres zu tun hat wie das Thema Milch u sobald es um Schweine geht geht das Gejammere los ,liegt auch evtl nur an den Umsatz Einbrüchen des vor u nachgelagerten Bereichs, der sich ja bei schlechten Milch Preisen im Rahmen hält ... mehr anzeigen

von Hermann Freese

nein

Ihre Vergleiche hinken und sind völlig fehl am Platz. Der DBV, den ich abgesehen von der Kreisebene auch gerne mal kritisiere, ruft zu Fairness aus. Gegenteiliges hat er bestimmt nicht im Milchselktor gemacht. Und ja, es gibt mehr zu tun als das Thema Milch und die dortige ... mehr anzeigen

von Rainer Hoffmann

MEHRWERT?

Wie würde Herr SCHWARZ sagen ,sehe da keinen MEHRWERT u wenn zu zu viel Rohstoff da ist bzw zu wenig Verarbeitungskapazitäten dann ist das halt so mit den Erzeuger Preisen .

von Hermann Freese

Spalter

hören Sie auf zu spalten. Die Situation ist extern verursacht und die Nachfrageseite (nach Fleisch) ist auch da..

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