Tönnies: Schon hunderttausend Schweine gechipt

Auf der EuroTier 2016 stellt Tönnies-Livestock das neue RFID-UHF-Projekt vor. Die Radio-Frequenz-Identifikation (RFID) mittels neuartiger Sender-Ohrmarken, erschließt für die gesamte Erzeugungskette völlig neue Möglichkeiten, heißt es.

Auf der EuroTier 2016 stellt Tönnies-Livestock das neue RFID-UHF-Projekt vor. Die Radio-Frequenz-Identifikation (RFID) mittels neuartiger Sender-Ohrmarken, erschließt für die gesamte Erzeugungskette völlig neue Möglichkeiten, heißt es.

„Die RFID-UHF-Ohrmarke sieht wie die bekannte Standard-Tierohrmarke aus, beinhaltet jedoch einen codierten Datenchip, der aus Entfernungen von bis zu zwei Metern mit einem RFID-UHF-Lesegerät ansprechbar ist“, erklärt Dr. Robert Elmerhaus, Geschäftsführer der Tönnies-Livestock die Grundfunktion.

Sowohl der Lebensmittelhandel, wie auch Verbraucher und Gesetzgeber wurden bis dato durch das, von Tönnies entwickelte Rückverfolgungssystem, fTRACE mit Daten rund um die Entstehung des individuellen Produktes informiert. Mit der Einführung der RFID-UHF-Technologie soll das Managementwerkzeug neue Möglichkeiten in der Produktion und Gesundheitsvorsorge bieten, heißt es.

Über Genetik, Geburt, Mast und Schlachtung erstrecke sich dank RFID-UHF-Ohrmarken ein vollständiges Band an Dateninformationen, die einen vollständigen Lebenszyklus des individuellen Einzeltieres, einschließlich der relevanten Parameter darstellen können. Ab Geburt seien alle Details speicherbar. Mit dem Sauenplaner verknüpft liegen die Informationen vor und werden im Lebenszyklus durch weitere Daten ergänzt. Bei der Schlachtung kommt es, zusammen mit den Befunddaten, zur „Verheiratung“ aller erhobenen Daten. In Bezug auf die Transparenz sei damit die zweifelsfreie Nämlichkeit des Einzeltieres gegeben. Die erhobenen Daten könnten Zuchtorganisationen, Ferkelerzeugern, Mästern, Schlachtbetrieben und Vermarktern zur Verfügung stehen. Auf das Einzeltier bezogen könnten beispielsweise Elterntiere, Startgewicht, Tageszunahmen, Gesundheitsbehandlungen, Medikament- und Futtergaben Bestandteil der Daten sein, so Elmerhaus weiter.

„Als Ergebnis der vollständigen Datenlage, entsteht der perfekte »Personalausweis des Schweines«. Zusammen mit den Bilddaten des Schlachtkörpers, deren Erhebung wir im Rahmen unserer Transparenzpolicy schon vor zehn Jahren etabliert haben, liegen uns lückenlose Informationen von Anbeginn an vor“, erläutert Tönnies-Livestock Geschäftsführer Heiner Strömer. Die Erkenntnisse aus den Analysen würden den Landwirten einerseits helfen die Produktionsparameter gezielter zu steuern und könnten andererseits auch genutzt werden, kundenspezifische Programme zu fahren und damit Mehrwerte für ihren Betrieb zu erzielen. Natürlich entstehe hier ein großer Pool an Daten, für deren Verwaltung und Analyse die IQ-Agrar verantwortlich zeichnet. Die weiteren Tönnies-Partner sind Topigs Norsvin, MS Schippers und RF-Embedded.

In der Erprobungsphase wurden bereits einhunderttausend RFID-Ohrmarken eingesetzt und die Auswertungen werden nun auf größere Gruppen ausgedehnt. Interessierte Landwirte können das Managementtool auf der Messe kennenlernen.

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