UBA-Studie: Tierwohl kann Umweltschutz unterstützen Premium

Laut dem Umweltbundesamt schadet die intensive Nutztierhaltung der Umwelt. Daher haben die Beamten untersucht, ob das staatl. Tierwohllabel Verbesserungen bringen wird.

Das Umweltbundesamt hat untersucht, wie sich das staatliche Tierwohlkennzeichen für Schweine auf Umwelt und Tierwohl auswirkt. So könne Tierwohl über gesündere, effizientere und langlebigere Tiere der Ressourcenschonung und dem Umweltschutz dienen. Mit weniger Tieren lasse sich die gleiche Menge an tierischen Produkten erzeugen, was die Emissionen pro Einheit Produkt verringert.

Aus Tierschutzsicht besteht vor allem Verbesserungsbedarf bei der Einstiegsstufe mit den am wenigsten strengen Kriterien. Negative Auswirkungen auf die Umwelt sind durch die Einführung des Tierwohlkennzeichens jedoch kaum zu erwarten. Die bessere Haltung habe vielmehr positive Effekte auf den Umweltschutz: gesündere Schweine benötigen weniger Futter und Tierarzneimittel. Mit mehr Platz im Stall wird die Fläche weniger verschmutzt und so die Ammoniak-Emission verringert.

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Die wichtigsten Aussagen im Originalwortlaut

Gegenstand des Gutachtens waren die zu erwartenden Auswirkungen dieses freiwilligen, staatlichen Tierwohllabels für Schweinehaltung auf Tierwohl und Umwelt. Dabei wurden folgende Aspekte behandelt:

  • Analyse im Hinblick auf die Leitlinien des Wissenschaftlichen Beirates für Agrarpolitik (WBA)
  • Diskussion der Kriterien des Labels aus Sicht des Tierwohls
  • Diskussion der Kriterien im Hinblick auf die zu erwartenden Umweltwirkungen
  • Mögliche Optimierung des staatlichen Tierwohllabels unter Berücksichtigung von Tierschutz-aspekten und potenziellen Umweltwirkungen Analyse des staatlichen Tierwohllabels für Schweine im Hinblick auf die Leitlinien des WBA

Diskussion der Kriterien aus Sicht des Tierschutzes

Da in der Eingangsstufe die Fixierung von Sauen nicht über den gesetzlichen Mindeststandard hinaus begrenzt wird, werden erhebliche Einschränkungen hoch motivierter Verhaltensweisen, insbesondere im vorgeburtlichen Zeitraum, in Kauf genommen. In der Eingangsstufe erlaubt das zwar über dem gesetzlichen Standard liegende Platzangebot den Tieren aber keine klare Trennung von Funktionsbereichen.

Auslauf wird nur in der Premiumstufe des staatlichen Tierwohllabels vorgeschrieben. Auslaufhaltung bietet den Tieren mehr Möglichkeiten zum Ausleben artgerechten Verhaltens, Klimareize und bessere Luftqualität sind förderlich für einen guten Gesundheitsstatus. Schweinen muss jederzeit Zugang zu gesundheitlich unbedenklichem Beschäftigungsmaterial in ausreichender Menge ermöglicht werden. Im staatlichen Tierwohllabel wird dieser Verpflichtung in beiden Stufen potentiell nachgekommen, es wurde aber nicht festgelegt, in welchem Umfang und in welcher Form Wühlmaterial zur Verfügung gestellt werden muss, so dass die Tierwohlkonsequenzen ...

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Diese Studie ist eine absolute Frechheit!

Nicht nur das sie eh nur alles schon vorhandene nochmals durchkaut, nein, sie stellt den Landwirt auch noch als "blöd" hin. Manifestiert sich doch schon mal in dem Satz: "Durch den im Kriterienkatalog angeführten Tiergesundheitsindex soll verhindert werden, dass Haltungsfehler und mangelnde Fachkenntnis für Tierhaltung/ -beobachtung durch präventiven Medikamenteneinsatz kompensiert werden." Der Verweis auf das Schwänzekupieren ist ein hervorragendes Beispiel dafür wie die Tatsachen verdreht werden. "Die Gesellschaft fordert die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben!" Welche Farce! Der Mehrheit der Gesellschaft wäre das wahrscheinlich so was von egal, würde man sie nicht ständig mit solchen Nonsens belästigen. Denn ich möchte hier schon Zweifel anmelden, ob so ein Schwein sich in seiner körperlichen Integrität beeinträchtigt fühlt, angesichts der Tatsache das es nach Errreichen seines Schlachtgewichtes in nicht einmal einem halben Jahr beim Metzger landet. Wohl zuviel Disneyfilme gesehen, bzw. die Neueren, "Ab durch die Hecke, Madagaskar, Bärenbrüder" etc.? Also all jene in denen die lieben Tierchen entsprechend vermenschlicht werden. Die Realität sieht aber nach wie vor anders aus meine Herrschaften! Das weiß der Landwirt, die "Herren Experten" aus dem Ministerium verdeutlichen mit ihrer Studie nur deutlich wie weit sie in ihrem "Elfenbeiturm" von der Praxis entfernt sind. Der Effekt der hier auftritt hat ja mittlerweile einen Namen. Bitte auf Wikipedia unter "Dunning-Kruger-Effekt" (https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt) nachlesen.

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