Afrikanische Schweinepest

US-Schweinebranche warnt vor dramatischen Auswirkungen der ASP

Angesichts der ASP-Ausbrüche in den amerikanischen Nachbarstaaten Dominikanische Republik und Haiti wächst in den USA die Sorge vor einer Einschleppung der Tierseuche.

Nach Ausbrüchen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in den amerikanischen Nachbarstaaten Dominikanische Republik und Haiti ist in den USA die Sorge vor einer Einschleppung des Virus groß. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hat deshalb Mitte September eine Aktionswoche zur ASP mit zahlreichen Webinaren zur Tierseuche durchgeführt, um die Schweinehalter zu informieren und zu sensibilisieren.

Drittel des US-Schweinefleischs exportiert

Bei der Veranstaltung warnte der Direktor für Schweinegesundheit der Branchenabsatzorganisation National Pork Board, Dr. Patrick Webb, davor, dass bei einem ASP-Fall die Lebensgrundlage von 62.000 Schweinehaltern und 550.000 Beschäftigten in der US-Schweinefleischindustrie gefährdet sei. Er wies darauf hin, dass im vergangenen Jahr fast 30 % des in den USA erzeugten Schweinefleischs exportiert worden seien. Im Jahr 1995 sei das Land zum Nettoexporteur geworden und habe 2020 annähernd 3 Mio t im Wert von umgerechnet 6,6 Mrd. € ins Ausland verkauft. Bezogen auf ein einzelnes Schwein habe der Wert der Ausfuhren bei fast 50,40 € gelegen. „Im Fall eines Ausbruchs der ASP in den Vereinigten Staaten müssten diese Exporte größtenteils eingestellt werden“, warnte Webb.

Protokoll mit Kanada vereinbart

Die Handelsauswirkungen bei einem ASP-Nachweis in den USA, egal ob es sich um ein kommerzielles Schwein, ein Wildschwein oder ein Hinterhoftier handele, würden zu erheblichen Verlusten für die Farmer und die gesamte Branche führen. Um diese zu begrenzen, hatten der Tier- und Pflanzengesundheitsdienst (APHIS) des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) und die kanadische Lebensmittelinspektionsbehörde (CFIA) bereits im März 2021 ein Protokoll vereinbart, dass eine Fortsetzung des bilateralen Handels bei Nachweis der ASP im Wildschweinbestand und nicht im Nutzschweinbestand ermöglichen soll. Bei einem Seuchenfall bei Wildschweinen wird laut Protokoll der gesamte Handel zwischen beiden Ländern zunächst unterbrochen. Danach soll der Warenaustausch aber in drei Phasen mit abnehmenden Beschränkungen für lebende Schweine, Schweinekeimplasma und unbehandeltes Schweinefleisch wieder aufgenommen werden.


Mehr zu dem Thema

Die Redaktion empfiehlt

Das Wichtigste zum Thema Schwein mittwochs per Mail!

Mit Eintragung zum Newsletter stimme ich der Nutzung meiner E-Mail-Adresse im Rahmen des gewählten Newsletters und zugehörigen Angeboten gemäß den Datenschutzbestimmungen zu.