Lebensmittelsicherheit

USA ändern Hygienevorschriften für Schweineschlachtungen

Mehr Spielraum für Innovationen und neue Anforderungen an mikrobiologische Untersuchungen: Die USA haben die Hygienevorgaben bei der Schweineschlachtung überarbeitet. Kritik kommt von Verbraucherschützern.

In den Vereinigten Staaten werden die Hygienevorschriften und -protokolle für die Schlachtung von Schweinen und die Kontrolle des Fleisches überarbeitet. Wie das Landwirtschaftsministerium (USDA) in der vergangenen Woche mitteilte, sollen die neuen Vorgaben des Amtes für Lebensmittelsicherheit (FSIS) Innovationen erleichtern und zugleich den Gesundheitsschutz garantieren. Vorgesehen seien neue Anforderungen bezüglich mikrobieller Untersuchungen. Alle Schlachtbetriebe müssen künftig die gesamte Prozesskette auf Krankheitserreger kontrollieren. Zudem werde ein neues Kontrollsystem für Schlachtschweineunternehmen (NSIS) eingeführt. Auf Wunsch könnten die Betriebe jedoch auch weiterhin mit dem bisherigen System arbeiten.

Schweinehalter und Fleischindustrie begrüßen Neuerungen

Laut dem USDA werden die Inspekteure des FSIS auch künftig sämtliche Kontrollen der Tiere vor der Schlachtung und der Schlachtkörper durchführen. „Die neuen Regeln beseitigen überholte Vorgaben und erlauben es den Unternehmen, Neuerungen einzuführen“, erklärte Landwirtschaftsminister Sonny Perdue. Die Vorschriften seien das Ergebnis eines wissenschaftlichen und datenbasierten Prozesses. Schweinehalter und Fleischindustrie begrüßten die Neuerungen. Laut dem Verband der Schweinefleischerzeuger (NPPC) wurde das NSIS in fünf Unternehmen getestet, über viele Jahre verbessert und vom Verband der Veterinäre unterstützt. Auch das Nordamerikanische Fleischinstitut, das die Interessen der Fleischindustrie vertritt, zeigte sich erfreut. Den Angaben des Instituts zufolge können mit dem NSIS bestimmte Aufgaben der Lebensmittelsicherheitsbehörde in Zukunft von Angestellten der Schlachtunternehmen durchgeführt werden.

Kritik kommt von Verbraucherschützern

Der Amerikanische Verbraucherverband (CFA) äußerte scharfe Kritik und sprach von „Deregulation“. Der CFA erklärte, die neuen Regelungen stellten die Profite der Unternehmen über den Gesundheitsschutz. Ein höherer Takt in der Verarbeitung, weniger Inspektoren und fehlende Standards für mikrobiologische Kontrollen seien das „Rezept für eine Katastrophe“. Nach Angaben des Verbandes erkranken in den USA jedes Jahr „hunderttausende Menschen“ durch kontaminiertes Schweinefleisch. Mehr als 10 % der Salmonelleninfektionen seien auf diese Quelle zurückzuführen.

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