Europäischer Schweinemarkt

VEZG-Notierung reagiert nicht auf Signale der Einzelhandelsketten

Die von einigen Lebensmitteldiscountern in Aussicht gestellte Erhöhung der Einkaufspreise auf Stufe der Fleischvermarkter und Schlachtunternehmen steht bislang aus.

Die führenden Ketten des deutschen Lebensmitteleinzelhandels haben kürzlich den notleidenden Schweinehaltern öffentlichkeitswirksam Unterstützung zugesichert. Teilweise wurden bereits Schweinefleischpreise im Verkauf angehoben, wobei der Mehrerlös den Mästern zugutekommen soll.

Auf Erzeugerseite gab es deshalb Hoffnung, dass die maßgebliche Notierung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) für Schlachtschweine steigen könne. Doch diese blieb am vergangenen Mittwoch (16.12.) auf ihrem Krisenniveau von 1,19 €/kg Schlachtgewicht (SG) stehen.

Nach Angaben der VEZG ist auch die neue Schlachtwoche von großen Angebotsüberhängen am Lebendmarkt geprägt. „Die von einigen Lebensmitteldiscountern in Aussicht gestellte Erhöhung der Einkaufspreise auf Stufe der Fleischvermarkter und Schlachtunternehmen steht bislang aus und hat somit keine Auswirkung auf die Basispreise für Schlachtschweine“, erklärte die Vereinigung.

Zu den top agrar-Schweinepreisen

Analysten zufolge ist noch völlig unklar, welche Summe durch höhere Schweinefleischpreise im Handel zusammenkommt und wie diese auf die Mäster verteilt werden kann. Der Notierungspreis müsse normalerweise von allen Schlachthöfen bezahlt werden, auch von denen, die ihr Fleisch nicht an Einzelhandelsketten mit Hilfsprogrammen für die Erzeuger lieferten. Eine allgemeine Erhöhung der Notierung sei deshalb schwierig.

Für wahrscheinlich wird eher eine Fondslösung gehalten. Vor den Feiertagen haben am Schweinemarkt die Aktivitäten zugenommen. Die Schlachtbänder laufen, soweit das in Corona-Zeiten geht, auf Hochtouren, und der Fleischverkauf an die...


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