Sicher durch die Verkehrskontrolle

Gerade bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen gibt es einige Besonderheiten im Straßenverkehr. Zusammen mit unserem Experten haben wir uns einige davon näher angesehen.

Unsere folgenden Praxisbeispiele greifen einige Fallen im Bereich des Führerscheinrechts und der Zulassung von Landmaschinen auf.

ERwischt bei der Überführung

Darauf hat sich der Azubi Jasper H. (20) schon länger gefreut. Sein Arbeitgeber, eine Landmaschinenwerkstatt, hat ihn mit einer Überführungsfahrt beauftragt. Jasper soll einen verkauften Häcksler (40 km/h) auf Achse zum Kunden fahren – immerhin 50 km über Land. Der junge Mann hat den Führerschein der Klasse T und ist beim Lohner regelmäßig mit Häckslern unterwegs – also alles kein Problem?

Als ihn eine Polizistin kurz vor seinem Ziel stoppt, ist er auskunftsfreudig und lässt die Beamtin von seinem Auftrag wissen. Diese kann seine Begeisterung nicht teilen und schreibt eine Anzeige wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis – leider mit Recht.

Denn der Führerschein T deckt für Mitarbeiter einer Werkstatt nur Fahrten zum Zweck der Reparatur, Wartung und Prüfung von Fahrzeugen sowie Probefahrten der Hersteller ab, nicht aber eine Überführungsfahrt.

Weil der Häcksler mittlerweile fast 50 km von Jaspers Firma entfernt ist, zieht die nachgeschobene Erklärung, dass es sich doch um eine „Werkstattfahrt“ gehandelt habe, nicht mehr.

Der Azubi und sein Chef kassieren eine Strafanzeige. Die Weiterfahrt wird untersagt. Allerdings darf der Landwirt, der den Häcksler gekauft hat, die Maschine legal mit seinem Führerschein der Klasse T abholen.

Ende der Ausflugsfahrt

Johann A. ist stolzer Besitzer eines Führerscheins L. Wann immer der 17-jährige Schüler Zeit hat, hilft er seinem Vater auf dem Betrieb und ist begeisterter Treckerfahrer. Bei einer Polizeikontrolle in der Ernte gab es nichts zu beanstanden.

Zusammen mit seinem Vater hat Johann einen Youngtimer restauriert. Die beiden fahren mit ihrem IHC 1455 XL gerne zu Treffen. Dazu nehmen sie einen liebevoll zum Wohnwagen ausgebauten Bauwagen mit, den sie mit einem 25 km/h-Aufkleber und einem Wiederholungskennzeichen ausgestattet haben. Weil sie ihren Klassiker aus Neuß schonen wollen, halten sich die beiden an die Betriebsgeschwindigkeit von 25 km/h.

Auf dem Weg zu einem Wochenendtreffen werden Vater und Sohn von einer Streife gestoppt. Am Lenkrad bei dieser Etappe: Johann. Diesmal ist die Fahrt für ihn hier zu Ende. Die Beamten kennen sich gut aus und schreiben eine Strafanzeige wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Was werfen die Polizisten den beiden vor? Johanns Führerschein der Klassen L reicht eigentlich für Trecker mit 40 km/h bbH, auch mit Anhänger, er ist aber an Bedingungen geknüpft.

Neben Fahrten für land- oder forstwirtschaftliche (lof) Zwecke sind u.a. auch Jagd sowie Brauchtumsveranstaltungen wie Karneval oder Schützenfeste eingeschlossen. Die Fahrt zu privaten Treffen oder Spazierfahrten gelten aber nicht als Brauchtumsveranstaltung.

Eine Petition der Szene, die Führerscheine L und T für private Zwecke zu erweitern, wurde vom Bundestag übrigens abgelehnt – keine Chance. Johann und der Halter des Youngtimers – also sein Vater – kassieren eine Strafanzeige.

Auch Vater Marcus bewegt sich auf dünnem Eis, denn auch sein Führerschein T deckt Spazierfahrten nicht ab – hier gelten die gleichen Rahmenbedingungen wie in der Klasse L. Weil er aber den alten Führerschein der Klasse 3 hat, darf Marcus Fahrzeuge mit einem zul. Gesamtgewicht bzw. zul. Gesamtmasse (zGM) bis 7,5 t fahren. Er hat bei der Umschreibung automatisch die Klasse C1E erhalten, auf Antrag war sogar die beschränkte CE-Klasse möglich.

Damit Johann seinen...