Auf den Lein gekommen

Udo Held war auf der Suche nach einer Ölfrucht für seinen Biobetrieb. Weil Sonnenblumen in Oberfranken kaum gedeihen und Raps ökologisch schwer zu produzieren ist, wandte er sich einer selten gewordenen Kulturpflanze zu: dem Lein.

Seit mittlerweile fünf Jahren baut Udo Held auf seinem Ackerbaubetrieb im oberfränkischen Wiesenfeld bei Coburg neben Dinkel, Hafer, Erbsen, Wicken und Hanf auch Lein – gerne auch Flachs genannt – an. Held zufolge war der Leinanbau in seiner Heimat früher stark verbreitet. Neben dem Öl wurden auch die Fasern genutzt – für textile Zwecke. „Als Biolandwirt probiert man gerne Nischenkulturen aus, die in konventionellen Betrieben eher unüblich sind“, ergänzt der 58-Jährige. Vor einigen Jahren war er auf der Suche nach einer Ölfrucht für seinen Betrieb. Für Sonnenblumen sei das Klima in Oberfranken nicht optimal und Raps biologisch zu erzeugen wegen der Schädlingsproblematik sehr schwierig. So kam er auf den Lein, dessen Öl reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren und sehr wertvoll für die menschliche Ernährung ist. Im ersten Jahr probierte Held den Leinanbau auf einem halben Hektar aus, seither hat er die Anbaufläche schrittweise auf sieben Hektar ausgeweitet.

Zeitige Saat

„Der Anbau ist mit Tücken verbunden“, weiß Udo Held. Mittlerweile sieht das Anbauregime so aus, dass er den Lein mit einer Saatstärke von 40 kg mit einer Standard-Getreidedrille um die Monatswende März/April auf einer Tiefe von 2 cm sät. Den Reihenabstand hat er auf 21 cm erweitert, um eine...