Das Herz zwischen zwei Höfen Plus

Sie hat einen Hof, er hat einen Hof. Was tun, wenn die Entscheidung für eine gemeinsame Zukunft eine Entscheidung für oder gegen einen Betrieb erfordert?

Sie haben sich während des Studiums kennengelernt, sich verliebt und eine tolle Zeit zusammen verbracht. Sie passen gut zusammen, möchten ihre Zukunft gemeinsam verbringen – wenn es da nicht ein Problem gäbe. Beide haben einen Hof zu Hause, wollen diesen als Hofnachfolger übernehmen und bewirtschaften. Zwischen den beiden Betrieben liegen 200 km, zu weit um täglich zu pendeln und zu kompliziert, um eine Fernbeziehung zu führen. Was tun also?

Gerade in Studiengängen wie Agrarwissenschaften, an Landwirtschafts- oder Technikerschulen kommt es immer wieder vor, dass sich zwei potenzielle Hofnachfolger finden. Eine Partnerschaft zwischen zwei Höfen, die viele Gespräche und Entscheidungen mit sich bringt. Für einen Hof, gegen einen Hof oder für beide Höfe. Einfach ist diese Entscheidung meist für niemanden.

Von den Schweinen zum Obst:

So war es auch bei Miriam Hecht und Nico Knapp. Die 25-Jährige hat ihren Freund direkt im ersten Semester an der Universität Hohenheim kennengelernt. Ihr elterlicher Betrieb liegt im Kreis Biberach, sein elterlicher Betrieb in Obersulm im Heilbronner Land. Dazwischen liegen 200 km.

Vor einem Jahr hat Nico den elterlichen Betrieb übernommen und ist in einen benachbarten Betrieb mit eingestiegen. Er managt jetzt Weinbau, Ackerbau und Obstbau zusammen mit seinen Eltern, die in Teilzeit aktiv sind, und dem benachbarten Betriebsleiter, von dem er einen Betriebszweig übernommen hat. Und zusammen mit Miriam, denn sie hat sich ebenfalls dazu entschieden, in den Betrieb mit einzusteigen und den elterlichen Hof vorerst hinter sich zu lassen.

„Es war Nico wichtig, dass ich zu ihm auf den Hof ziehe. Und auch ich wollte einen gemeinsamen Alltag mit ihm“, sagt sie. „Deshalb musste ich die Entscheidung treffen, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt zunächst nicht in den Betrieb meiner Eltern mit einsteige.“

Gemeinsam mit ihrem Freund hat sie stattdessen in den Betrieb in Obersulm investiert und in diesem eine Annahmestelle für Bio-Mostobst eingerichtet. Eine Bodenwaage und ein Annahmehäuschen sind aktuell ihr Arbeitsplatz. „Die Mostobstannahme ist mein Betriebszweig. Diesen organisiere und verantworte ich. Und das hat mir auch geholfen, hier meinen Platz zu finden“, erklärt Miriam Hecht. Denn am Anfang war...


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