Das Millionengrab Jessen Plus

Die Milchlieferanten der BMI müssen für Baufehler und Probleme in der Produktion der neuen Käserei in Jessen beim Milchgeld bluten. Selbst treue Mitglieder wollen jetzt die Reißleine ziehen.

Die wirtschaftliche Belastung des Unternehmens wird bis zum Jahresende zu einem weiteren Rückgang des Milchpreises führen.“ Dieser Satz im Oktober-Rundschreiben traf die rund 1230 Milchlieferanten der Bayerischen Milchindustrie e.G. (BMI) ins Mark und hat wohl auch dem letzten klargemacht, dass die größte Genossenschaftsmolkerei Bayerns in einer Krise steckt.

Milchpreis unter 30 ct

Dass die BMI beim Milchgeld den umliegenden Molkereien seit langem hinterher hinkt, waren die Bauern aus Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt fast schon gewohnt. Gerade schien sie nach dem großen Rückstand von 5 bis 6 ct im Frühjahr 2018 wieder den Anschluss geschafft zu haben, da kam im September die Hiobsbotschaft von minus 2 ct auf 28,06 ct (4 % Fett). Andere Unternehmen hatten da mit 31 bis 32 ct die Talsohle erreicht, einzelne zogen bereits leicht an. „Wir sind geschockt, wütend und frustriert. Vor allem bei den Erzeugern, die der krisengeschüttelten Molkerei über lange Jahre die Treue gehalten haben, ist die Geduld aufgebraucht“, beschreibt ein Lieferant gegenüber Südplus die Stimmung. Große Betriebe hätten bereits gekündigt oder seien kurz davor.

Bei den Vorständen der Liefergruppen laufen die Telefone heiß. Für ostdeutsche Mitglieder sei die Lage prekär: „Manchen fehlen bereits liquide Mittel für den Futterzukauf. Sie müssen jede Woche zur Bank, um wieder Geld zu bekommen.“

Käserei in Jessen läuft nicht

Als Hauptgrund für die wirtschaftliche Misere geben die beiden Geschäftsführer Dr. Thomas Obersojer und Winfried Meier Probleme mit der neuen „Hightech-Käserei“ in Jessen an. Es habe massive Planungsfehler und Baumän-gel gegeben, die den 72...

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