Reportage

Der Spagat mit der Weide Premium

Wie man beide Verfahren in der Praxis kombinieren kann, zeigt ein Betriebsbesuch am LVFZ Kringell.

Das Vollweide-System ist arbeitsextensiv. Frischmelkende Kühe werden dabei aber meist energetisch unterversorgt, sodass sie anfälliger sind für Krankheiten“, fasst Christian Ofenbeck vom LVFZ Kringell zusammen. Er ist dort für die Rinderhaltung zuständig und will das Beste aus beiden Systemen so gut wie möglich kombinieren, zumal für die komplette Herde die Fläche für Vollweide nicht ausreicht und für die Ausbildung die ganzjährige Kalbung von Vorteil ist: „Vor Ort haben wir spezielle Voraussetzungen: Ein biologisch geführter Schulbetrieb mit 66 Milchkühen und 14 ha Weidefläche.“

Um die Kühe leistungsgerecht zu versorgen, sind sie in zwei Herden aufgeteilt. Die Vollweide-Gruppe besteht aus altmelkenden, niedrigleistenden und tragenden Kühen sowie Schlachttieren. „Diese Kühe kommen mit weniger Energie aus. Da reicht die Weide als Futterquelle aus“, erklärt Ofenbeck. „Wir sparen also Kraftfutter ein und müssen uns nicht um das tägliche Füttern kümmern.“

Weniger Nährstoffverluste

Die Flächeneffizienz ist ein weiterer Vorteil der Vollweide, betont Karsten Böker, Verwalter des Betriebes: „Bei Grassilage muss ich mit einem Nährstoffverlust von ca. 10 bis 25% rechnen. Fressen die Kühe das Gras direkt auf der Kurzrasenweide, liegt der Verlust bei lediglich ca. 4%.“

Den 30 Tieren stehen 14 ha Weide zur Verfügung. Aktuell kommen sie mit 10 ha aus. Der Rest wird siliert. „Zwischen Mai und Juni kann man vier bis fünf...

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