Die versteckten Fruchtbarkeitskiller

Totgeburten und lebensschwache Ferkel sind für Sauenhalter ein großes Problem. Leptospirose kann eine Ursache dafür sein. Diese bleibt aber oftmals unentdeckt.

Ein Abort im Herbst, die Umrauschrate schwankt im kommenden halben Jahr von Gruppe zu Gruppe zwischen 10 bis 40% und die normalerweise erreichten zwölf abgesetzten Ferkel pro Sau sind nicht mehr möglich. Eine frustrierende Situation für Sauenhalter, denn trotz größter Bemühungen bleibt bei den Trächtigkeitsraten und Geburten der gewünschte Erfolg aus.

Nach genauerem Studieren des Sauenplaners wird aber klar, dass die Ursache schon bei den sinkenden Zahlen an lebend geborenen Ferkeln liegt. Probleme, die zwar jahreszeitlichen Schwankungen unterliegen. Es könnte aber auch ein chronisches Krankheitsgeschehen dahinterstecken.

In solchen Fällen könnte es sich lohnen, auf eine gute Diagnostik eines Fachmanns zu vertrauen. Denn möglicherweise steckt die Leptospirose hinter den Problemen. Obwohl diese Krankheit eine weltweite Ursache für Reproduktionsprobleme in der Sauenherde ist, bleibt sie oftmals unentdeckt.

Kaum Symptome

Leptospiren sind schlanke, korkenzieherförmige Bakterien, die sich mikroskopisch in Kleiderbügel- oder Hakenform zeigen. Es gibt pathogene (krank machende) und apathogene (nicht krank machende) Leptospiren. Die krank machenden haben sich unterschiedlich gut auf verschiedene Wirte angepasst. Sie besiedeln Schweine, Rinder, Schafe, Hunde, Mäuse und Ratten. Aber auch der Mensch kann betroffen sein (siehe Kasten Seite 36).

Je stärker eine Leptospirenart an den Wirt angepasst ist, desto unwahrscheinlicher sind klinische Symptome. Deshalb ist in der Schweinehaltung in den seltensten Fällen eine Erkrankung der Tiere sichtbar. Eine akute Infektion mit Leptospiren zeigt sich meist nur in milden, unspezifischen Reaktionen wie Fieber und Appetitlosigkeit. Darüber hinaus können Durchfall, Gelbsucht, Blutarmut und blutiger Harn auftreten.

Übertragung Über den Urin

Infiziert sich eine trächtige Sau, so durchdringen die Bakterien die Plazenta und schädigen die Feten. Es kann zu schrittweisem Absterben der Feten kommen. Mumien, vermehrt tot geborene und lebensschwache Ferkel bis hin zu einem Abort, besonders in der zweiten Trächtigkeitshälfte, sind die Folge. Meist stellt sich ein chronisches Geschehen ein. Die Leptospiren können sich in die...