EEG 2021: Bund will mehr Biogas im Süden

Mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hat die Bundesregierung erstmals eine „Südquote“ eingeführt. Was hat es damit auf sich und wie können Landwirte davon profitieren?

Die Energiewende schreitet mit großen Schritten voran. Bereits mehr als jede zweite Kilowattstunde Strom stammt aus Anlagen mit erneuerbaren Energien. Doch mit dem weiteren Wachstum steigen die Herausforderungen: In Süddeutschland ist der Stromverbrauch wegen der hier ansässigen Industrie höher als im Norden. Im Norden stehen viele Windparks in Nord- und Ostsee, aber auch in den drei Küstenländern. Für den Stromtransport nach Süden fehlen aber noch Leitungen. Zudem gehen gerade in Süddeutschland in den nächsten Jahren große Atom- und Kohlekraftwerke vom Netz, die bisher „gesicherte Leistung“ bereitgestellt haben. Um diese im Süden weiterhin produzieren zu können und Netzengpässe zu vermeiden, will die Bundesregierung die Stromproduktion von Biogasanlagen stärker anreizen. Hierzu hat sie im novellierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2021) eine „Südquote“ eingerichtet.

Die Regelung betrifft drei verschiedene Anlagentypen:

  • Neue Biogasanlagen,
  • Biogasanlagen, die das Ende der 20-jährigen Förderung erreicht haben und ab 2022 in die zweite Vergütungsperiode wechseln wollen,
  • Blockheizkraftwerke, die ausschließlich mit Biomethan aus dem Gasnetz betrieben werden (kurz: Biomethan-BHKW).

Das Gesetz ist seit dem 1.1.2021 in Kraft. Die Südquote soll allerdings erst ab 2022 gelten. Grund ist, dass einzelne Bestimmungen erst noch von der EU-Kommission „notifiziert“, also genehmigt werden müssen. Trotzdem wirft die Südquote bereits heute erhebliche Diskussionen und Fragen auf.

Was ist die „Südregion“?

Wer eine neue Biogasanlage plant oder mit einer bestehenden Anlage nach 20 Jahren EEG-Förderung in die zweite Vergütungsperiode wechseln will, muss an einem Ausschreibungsverfahren teilnehmen. Hierfür gibt es zwei Termine im Jahr:

  • am 1. März und
  • am 1. September.

Ab dem Jahr 2022 müssen 50% der Zuschläge an Gebote aus einer genau umrissenen Südregion vergeben werden. Zu der Region, die in Anlage 5 des EEG definiert ist, gehören:

  • alle Landkreise in Baden-Württemberg,
  • fast alle in Bayern (bis auf die nördlichsten wie z.B. Hof),
  • Landkreise in Hessen südlich des Mains,
  • Landkreise in Rheinland-Pfalz westlich des Rheins und südlich der Mosel,
  • Landkreise im Saarland.

Folgen für die Ausschreibung

Die Quotenregelung bedeutet: Wenn beispielsweise bei der Ausschreibung 100 MW aus dem Süden kommen, erhalten auch nur 100 MW im Norden einen Zuschlag. Sollte die gebotene Menge aus dem Norden größer sein als aus dem Süden, wird die über 50% hinausgehende Leistung auf einen Ausschreibungstermin drei Jahre später übertragen.

Die Bundesregierung begründet das Vorgehen so: Dadurch, dass das Gebotsvolumen aus dem Norden nicht über 50% hinausgehen darf, sollen innerdeutsche Netzengpässe vermieden und damit auch der Bedarf für den weiteren Netzausbaubedarf reduziert werden. Was der Fachverband...


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