Ein Betrieb – zwei Weidesysteme Plus

Ob sich mit Stallhaltung und Stundenweide effizienter Milch produzieren lässt als mit Vollweide und Winterabkalbung, hat die LfL Bayern in Kringell erstmals umfassend am gleichen Standort untersucht.

Die Vollweide mit Winterabkalbung erreicht nicht die Effizienz wie die ganzjährige Stallhaltung mit Stundenweide.“ Dieses Bild steckt immer noch in vielen Köpfen, obwohl einige Betriebe mittlerweile das Gegenteil beweisen. Ein direkter Vergleich beider Verfahren an einem Standort fehlte bislang. Mit einem umfassenden Versuch am ökologisch geführten Lehr- und Versuchsbetrieb Kringell (Lkr. Passau) war dieser Vergleich nun über drei Jahre möglich.

Dazu teilten wir die Fleckviehherde in zwei Gruppen zu je 36 Kühen auf. Die „Stallherde“ erhielt ganzjährig eine aufgewertete Mischration mit leistungsabhängiger Kraftfutterergänzung per Abrufstation. In der Vegetationsperiode erfolgte zudem Weidegang.

Die „Weideherde“ fütterte man in den Wintermonaten nach dem gleichen Schema im Stall. Von April bis Oktober wurde Vollweide mit Kurzrasenweide praktiziert. Zudem kalbten die Kühe zwischen November und Februar ab.

Die Ergebnisse

Wie zu erwarten war, ist die Milcherzeugung in der Stallherde mit stundenweisem Weidegang im Sommer und bei ganzjähriger Abkalbung weitgehend konstant auf einem hohen Niveau (Übersicht 1). Im Gegensatz dazu zeigt sich bei der Weideherde durch die Winterkalbung ein Peak in der Leistung im Winter. Mit fortschreitender Laktation geht die Leistung zurück. Insgesamt ist die Milcherzeugung in der Stallherde höher als in der Weideherde.

Höhere Milchleistung im Stall

Die mittlere energiekorrigierte Milchleistung (ECM) je Kuh und Jahr ist in der Stallherde mit über 8800 kg relativ hoch (Übersicht 2, Seite 38). Erreicht wurde dies durch den Einsatz von knapp 24 dt Kraftfutter, woraus eine Grobfutterleistung von fast 3500 kg resultiert. In der Weideherde liegt die Milchleistung mit knapp 7600 kg niedriger. Die Milchleistung aus Grobfutter ist allerdings aufgrund des sehr geringen Verbrauchs an Kraftfutter von 7 dt mit 5900 kg erheblich höher. Es ist...


Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen