Gülle länger lagern: Wie reagieren? Plus

Die Düngemittelverordnung schränkt die Termine für die Gülleausbringung in roten Gebieten weiter ein. Wie können Schweinehalter darauf reagieren und was kostet sie das?

Die Verschärfung der Düngemittelverordnung (DüV) trifft die Tierhalter in den roten Gebieten gleich doppelt. Sie müssen die Stickstoffdüngung um 20% zurückfahren und dürfen im Herbst auf Ackerland – abgesehen von wenigen Ausnahmen – keine stickstoffhaltigen Dünger mehr aufbringen.

Laut Verordnungsentwurf, der bei Redaktionsschluss Mitte März vorlag, dürfen zu Raps, Wintergerste und Zwischenfrüchten ohne Futternutzung im Herbst keine Düngemittel mit einem wesentlichen Gehalt an Stickstoff aufgebracht werden. Beim Anbau von Raps gilt die Ausnahme, dass Flächen mit weniger als 45 kg Nmin noch gedüngt werden dürfen. Zudem darf auf Zwischenfrüchte ohne Futternutzung Festmist von Huf- oder Klauentieren oder Komposte bis 120 kg Gesamtstickstoff pro ha gedüngt werden.

Für Schweinehalter bringen diese Ausnahmen jedoch keine echte Entlastung. Die 20%ige Reduzierung der N-Düngung dürfte für die meisten Schweinebetriebe kein zusätzliches Nährstoffproblem bringen, sofern sie bisher schon die Vorgaben der DüV eingehalten haben. Denn nicht die Stickstoff-, sondern die Phosphorausscheidungen sind der begrenzende Faktor.

Allerdings führt das weitgehende Verbot der Herbstdüngung dazu, dass effektiv nur noch von März bis Mai, also insgesamt nur drei Monate Gülle ausgebracht werden kann. Das bedeutet, dass Schweinehalter in roten Gebieten ihre Güllelagerkapazität von bisher sechs auf neun Monate erhöhen müssen (siehe Übersicht 1). Sie brauchen somit 50% mehr Lagerkapazität als bisher.

Wie können Schweinehalter auf diese neuen Vorgaben reagieren und welche Kosten sind damit verbunden?

Praxisbeispiel mit 395 Sauen

Die Reaktionsmöglichkeiten zeigen wir anhand eines konkreten Ferkelerzeugerbetriebes:

  • Der Betrieb hält 395 Sauen und erzeugt 28 kg-Ferkel; die Leistung ist mit 28 verkauften Ferkeln pro Sau und Jahr überdurchschnittlich.
  • Er bewirtschaftet 79,7 ha LF ausschließlich im roten Gebiet, wobei die Fläche nur aus Ackerland besteht und die Ertragsbedingungen sehr gut sind.
  • Die Fruchtfolge setzt sich zu je einem Drittel aus Körnermais mit Zwischenfrucht, Winterweizen und Wintergerste zusammen.
  • Der Betrieb hat bisher 1400 m3 Güllelagerraum.
  • Der N-Anfall pro ha beträgt 154 kg, sodass die schlagbezogene Obergrenze von 170 kg N nicht erreicht wird.

Güllelagerraum bauen

Um die Vorgaben für die eingeschränkten Ausbringzeiten entsprechend der DüV zu erfüllen, ist die naheliegendste Variante, in zusätzlichen...


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