Hochleistende Sauen richtig füttern

Um viele Ferkel an der Sau bestmöglich und verlustarm aufzuziehen, sind neue Fütterungskonzepte erforderlich. Wir zeigen, worauf Sie besonders achten sollten.

Mit über 30 abgesetzten Ferkeln pro Sau und Jahr hat sich die Leistung der Schweineherkünfte in den letzten zwei Jahrzehnten rasant entwickelt. Doch sind wir auf diese hohen Leistungsanforderungen vorbereitet, was Management und Fütterung betrifft? Worauf müssen Sauenhalter unbedingt achten? Und was können sie noch besser machen?

Sauen Auf Kondition füttern

Die Grundlage für hohe Leistungen liegt vor allem in der sogenannten Konditionsfütterung. Dafür sollten Landwirte in der Lage sein, ihre Sauen in den einzelnen Produktionszyklen auf ihren Verfettungsgrad zu beurteilen und in die entsprechende Konditionsklasse (Übersicht 1) einzuordnen.

Die Körperkondition der Sauen sollte sich immer zwischen mindestens 2,5 und nicht wesentlich höher als 3,5 bewegen. Den optimalen Wert von 3 sollten die Tiere möglichst schnell nach erfolgreicher Belegung erreichen. Sie sollten daher die Futtermenge pro Sau je nach Körperkondition zuteilen.

Sie müssen dazu nicht unbedingt laufend die Speckdicke mit dem Ultraschallgerät messen. Allerdings sollten Sie mit dem Auge die Kondition beurteilen können. Nur gezielt auf Kondition gefütterte Sauen können ihr genetisches Leistungspotenzial umsetzen und den vielen lebend geborenen Ferkeln ausreichend Geburtsgewicht mitgeben. Und nur solche Sauen haben auch die Möglichkeit, genügend Milch von Anfang an – also eben auch genügend Kolostralmilch – zu bilden.

Beachten Sie dabei, dass die Milch der eigenen Mutter neben Nährstoffen die einzige und wichtigste Quelle für Antikörper (Immunglobuline) ist. Denn Ferkel werden ohne diese geboren.

Der Gehalt der wichtigen Immunglobuline (IgG) in der Kolostralmilch geht in den ersten zwölf Stunden nach Einsetzen des Milcheinschusses in das Gesäuge deutlich zurück (s. Übersicht 2). Dies bestätigt auch eine aktuell in Finnland und den Niederlanden durchgeführte Studie.

In den ersten zehn Stunden nach der Geburt reduzierte sich der Gehalt an IgG um 43%. 70% der untersuchten Sauen hatten nach 24 Stunden einen um 80% reduzierten Gehalt an IgG in der Milch.

Geringeres Absetzgewicht

Ein weiterer wichtiger Faktor ist, wie viel Kolostralmilch die...

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