Jetzt Heumilch erzeugen? Premium

Heumilch schreibt in Österreich seit Jahren eine Erfolgsgeschichte. Schafft sie jetzt auch in Süddeutschland den Durchbruch? Das Quotenende wird ein erhöhtes Milchaufkommen mit sich bringen. Doch Expansion ist gerade für Milchviehhalter in Berggebieten wie dem Allgäu oder Oberbayern nur schwer umsetzbar. Zeit also, um sich über die Wertschöpfung Gedanken zu machen. Die Frage lautet: Wie kann ich gegebene Produktionsnachteile in Standortvorteile umwandeln? Eine Möglichkeit ist das Schaffen neuer Absatzwege. Am besten für ein Premiumprodukt als Nische am Markt. „Die Produktion von Heumilch könnte so eine Nische sein“, ist sich Markus Fischer sicher. Der Ostallgäuer Milcherzeuger ist Vorsitzender der 2014 gegründeten Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Heumilch in Deutschland. Das Vorbild Österreich weckt Begehrlichkeiten, weil das Allgäu und Oberbayern ähnliche Naturräume und Bewirtschaftungsweisen haben wie die österreichischen Heumilch-Boomregionen Vorarlberg und Tirol. In diesen Bundesländern macht Heumilch bereits rund 40 Prozent an der Gesamtproduktion aus. Glänzende Zahlen:Die ARGE Heumilch Österreich kann mit glänzenden Zahlen aufwarten: 8 000 Heumilcherzeuger, die einen Heumilchzuschlag von fünf Cent pro Kilogramm erhalten. 500 unterschiedliche Heumilchprodukte, von denen der Lebensmittel-handel jährlich 40 000 Tonnen absetzt, was einem Rohmilchaufkommen von 430 Mio. kg entspricht. Tendenz steigend. Der Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung von Heumilch und Heumilchprodukten liegt bei über 80 Prozent und nimmt weiter zu. Die Erzeugung und Verarbeitung von Heumilch hat auch in Süddeutschland Tradition. Heumilch ist für die Hartkäse-Herstellung, wie den EU-weit geschützten Allgäuer Emmentaler, der ideale Rohstoff und gleichzeitig ein Muss. Die Lieferanten müssen strenge Kriterien in der Fütterung, Milcherzeugung und -verarbeitung sowie in der Lagerung erfüllen. Dazu gehört auch eine silagefreie Fütterung der Kühe. Denn für die Hartkäserei-Tauglichkeit ist ein geringer Gehalt an Clostridiensporen in der Rohmilch ein wichtiger Qualitätsparameter. Früher wurde diese Milch unter dem Begriff „silagefrei“ geführt. Heu-te wird sie unter Marketingaspekten meist als Heumilch bezeichnet. Allerdings gehen die Anforderungen der ARGE Heumilch Deutschland an die Rohmilcherzeugung über die der Emmentaler Milch hinaus. So muss zum Beispiel der gesamte Viehbestand, also auch das Jungvieh, ausschließlich mit Grün- oder Dürrfutter versorgt werden. Silagefreie Milch erfassen in Süddeutschland 21 ...

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